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Vorarlberger wollen eine schwarz-blaue Koalition

Schwarzach - Nur 15 Prozent sind mit der Form der ÖVP-Alleinregierung einverstanden, 32 Prozent der Befragten fordern dagegen eine Neuauflage der schwarz-blauen Koalition: Das sind Ergebnisse der großen VN-Umfrage, durchgeführt von Meinungsforscher Edwin Berndt.
Beurteilung der Parteichefs
Gewünschte Koaltionsform
Mehrheit gegen Absolute

„Die Menschen wollen Konsens, sie wollen eine Aufteilung der Macht“, sagt Berndt. Im Vergleich zu 2009 werden die Befürworter einer schwarz-blauen Neuauflage allerdings etwas weniger – 2009 hatten sich noch 37 Prozent für Schwarz-Blau ausgesprochen. Deutlich zeigt die Umfrage auch, dass das 2009 vollzogene Ende der jahrzehntelangen Zusammenarbeit beider Parteien nach wie vor polarisiert: 34 Prozent nennen das Ende von Schwarz-Blau „richtig“, ebenfalls 34 Prozent nennen dies „falsch“. Vor allem selbstdeklarierte FP-Anhänger haben nach wie vor kein Verständnis für die beendete Zusammenarbeit.

Die Form der Alleinregierung – früher fiktiv, seit September 2009 verwirklicht – war in den vergangenen Jahren in Vorarlberg nie besonders beliebt und ist es auch heute nicht: Wie die große VN-Umfrage zeigt, begrüßen derzeit nur 15 Prozent aller Befragten die Alleinregierung der Volkspartei. Gegenüber den vergangenen Jahren entsprechen diese 15 Prozent dennoch einer Zunahme: 2009 etwa hatte sich laut Meinungsforscher Edwin Berndt nur jeder zehnte Befragte für einen politischen Alleingang der ÖVP erwärmen können.

Ruf nach Zusammenarbeit

Weitaus größer war und ist der Wunsch nach einer Zusammenarbeit, wobei eine Neuauflage der schwarz-blauen Koalition die meisten Befürworter hätte. 32 Prozent wollen derzeit laut Berndt eine Koalition zwischen ÖVP und FPÖ. Ihre meisten Befürworter hatten Schwarz-Blau im Jahr 2009 mit 37 Prozent. Mit einer einzigen Ausnahme – 2006 hatten 35 Prozent eine Koalition zwischen ÖVP und SPÖ gefordert – war die schwarz-blaue Zusammenarbeit im Land seit 2002 jeweils die beliebteste Variante. Bemerkenswert ist auch, dass eine etwaige Zusammenarbeit zwischen den Schwarzen auf der einen und den Roten oder den Grünen auf der anderen Seite sukzessive Befürworter verliert:

Wollten 2008 etwa noch 25 Prozent der Vorarlberger Schwarz-Grün, sind dies heute nur noch 16 Prozent. Und wollten 2006, wie zuvor erwähnt, noch 35 Prozent Schwarz-Rot im Land, sind dies heute nur noch 17 Prozent. Berndts Erklärungen: „Für die ÖVP-Alleinregierung bekundet nur knapp jeder siebte Befragte Interesse.“ Die Menschen würden Konsens, Kooperation und damit auch eine Aufteilung der Macht bevorzugen. Umgekehrt lasse sich der Ruf nach einer Neuauflage der schwarz-blauen Koalition eben auch mit der jahrzehntelangen Tradition dieser Zusammenarbeit im Land Vorarlberg erklären.

FPÖ-Wähler wollen Änderung

Die statistischen Teilgruppen zeigen, dass vor allem FPÖ-Sympathisanten eine Rückkehr zur alten Regierungsform wünschen: 67 Prozent aller Befragten, die sich selbst zur Freiheitlichen Partei deklarieren, wollen wieder eine Regierungsbeteiligung ihrer FPÖ; bei Anhängern der ÖVP votieren dagegen nur 27 Prozent für eine Neuauflage einer Koalition mit den Freiheitlichen. Wie sehr das Ende der schwarz-blauen Zusammenarbeit – von Landeshauptmann Herbert Sausgruber nach dem „Exil-Juden“-Sager von FPÖ-Chef Dieter Egger im Wahlkampf angekündigt – gewünscht wird, zeigt auch eine andere Untersuchungseinheit.

Gegner und Befürworter

Meinungsforscher Berndt stellte den Vorarlbergern folgende Frage: „War der Hinauswurf der FPÖ aus der Landesregierung falsch – oder richtig?“ Resultat laut Umfrage: Gegner und Befürworter halten sich exakt die Waage. Denn 34 Prozent nennen diesen Schritt „richtig“, 34 Prozent nennen ihn „falsch“, 32 Prozent enthalten sich einer Wertung. Die statistischen Teilgruppen zeigen wiederum, dass das Ende der Koalition gerade von Anhängern der Freiheitlichen überhaupt nicht verstanden wird: Nur acht Prozent nennen den Rauswurf „richtig“, bei ÖVP-Anhängern sind dies 35 Prozent.

Absolute Mehrheiten im Ländle unbeliebt

„Sind Sie für oder gegen absolute Mehrheiten?“ Das Ergebnis ist ein klares, widerspricht aber deutlich dem realen Wahlverhalten: Denn laut Umfrage kann nur jeder Vierte einer absoluten Mehrheit auf Landes- oder Gemeindeebene etwas abgewinnen. Zwei Drittel sind dagegen. Elf Prozent der Befragten enthalten sich einer Antwort. Klar fällt die Unterscheidung geordnet nach Parteipräferenzen aus: 42 Prozent der selbst deklarierten VP-Anhänger sind für absolute Mehrheiten – während dies bei FP-Sympathisanten (14 Prozent), SP-Anhängern (12 Prozent) und Grün-Wählern (10 Prozent) klar weniger sind.

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