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Vorarlberger legen fast die Hälfte ihrer Wege autofrei zurück

Mobilitätsverhalten wird vielfältiger und damit umweltfreundlicher .
Mobilitätsverhalten wird vielfältiger und damit umweltfreundlicher . ©VOL.AT/Philipp Steurer
Schwarzach. Viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger legen nicht nur morgen am autofreien Tag ihre Alltagswege mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Rad oder zu Fuß zurück. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Vorarlberg die Menschen auf der Hälfte ihrer Alltagswege autofrei unterwegs sind.

Vorarlberg liegt damit nach Wien österreichweit bei der autofreien Mobilität an zweiter Stelle, wie eine VCÖ-Analyse zeigt. Insgesamt wird das Mobilitätsverhalten vielfältiger und damit auch umweltfreundlicher und kostengünstiger. Der VCÖ fordert einen weiteren Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und der Infrastrukturen fürs Radfahren sowie eine Stadtplanung der kurzen Wege.

“In keinem Bundesland wird so viel Rad gefahren wie in Vorarlberg. Und außerhalb von Wien werden in keinem anderen Bundesland so viele Alltagswege autofrei zurückgelegt”, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer anlässlich des autofreien Tages am Dienstag fest.

Arztbesuche und Behördenwege seltener autofrei

Auffallend sei, dass je nach Ziel das Mobilitätsverhalten unterschiedlich ist: 55 Prozent der Freizeitfahrten (Sportplatz, Schwimmbad, Kino usw.) und 49 Prozent der Einkäufe werden zu Fuß, mit dem Rad, mit Bahn oder Bus gemacht. Besuche von Bekannten oder Verwandten werden zu 44 Prozent autofrei gemacht, während private Erledigungen (Arztbesuch, Behördenwege, usw.) nur zu 36 Prozent autofrei erfolgen. Potenzial sieht der VCÖ auch bei den Arbeitswegen (40 Prozent autofrei) sowie bei dienstlichen und geschäftlichen Fahrten (nur 19 Prozent ohne Auto). Spitzenreiter bei der autofreien Mobilität sind Vorarlbergs Schülerinnen und Schüler (inklusive Fachhochschulen): 83 Prozent der Schulwege werden zu Fuß gegangen, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren.

60.000 Vorarlberger besitzen Jahresnetzkarte

In Vorarlberg gibt es rund doppelt so viele Fahrräder wie Autos. Und mehr als 60.000 haben bereits eine Jahresnetzkarte. Der VCÖ weist darauf hin, dass insgesamt das Mobilitätsverhalten immer multimodaler, also vielfältiger wird. “Die Bevölkerung ist in ihrer Verkehrsmittelwahl viel flexibler. Je nach Zweck wird das am besten geeignete Verkehrsmittel gewählt. Die Freiheit in der Mobilität nimmt zu, die Bedeutung des Autos sinkt”, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest.

Insgesamt sei ein multimodales Mobilitätsverhalten umweltfreundlicher und kostengünstiger, wie auch folgendes Beispiel zeige: In einem Fall, dem monomodalen Mobilitätsverhalten, werden 15.600 Kilometer im Jahr mit dem Auto gefahren und 400 km zu Fuß gegangen. Dabei entstehen Gesamtkosten von rund 7.800 Euro, es werden 2.880 Kilogramm CO2 und 11,7 Kilogramm Stickoxide emittiert. Der multimodale Mobilitätstyp fährt 7.000 Kilometer mit dem Auto und legt die restlichen 9.000 Kilometer mit Öffis, Rad und zu Fuß zurück. Dieses Mobilitätsverhalten ist pro Jahr um rund 3.500 Euro günstiger, verursacht um die Hälfte weniger Treibhausgase und Stickoxide, macht der VCÖ aufmerksam.

Der VCÖ fordert eine Stadtplanung der kurzen Wege und eine verkehrssparende Raumordnung. “Wenn es eine gute Nahversorgung gibt und die Orte nicht zersiedelt sind, dann ist auch das Mobilitätsverhalten umweltfreundlicher. Die Ziele sind leichter zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar”, betont VCÖ-Experte Gansterer. Zudem setzt sich der VCÖ für den weiteren den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und der Infrastruktur fürs Gehen und Radfahren ein.

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