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Vorarlberger Künstler Uwe Jäntsch sorgt in Palermo für Aufregung

Brunnen in sizilianischer Hauptstadt als Protest gegen Verwahrlosung mit rotem Lack beschrieben.
Brunnen in sizilianischer Hauptstadt als Protest gegen Verwahrlosung mit rotem Lack beschrieben. ©youtube
Die Gemeinde Palermo will den Vorarlberger Künstler Uwe Jäntsch anzeigen. Der seit Jahren in der sizilianischen Hauptstadt lebende Künstler hat einen alten Brunnen auf dem Platz Garrafello im Herzen Palermos mit rotem Lack beschrieben: "Zum Verkauf" schrieb Jäntsch auf den Brunnen, um gegen die Verwahrlosung des Platzes zu protestieren, auf dem in den vergangenen Monaten ein Haus eingestürzt ist.

Die Protestaktion des gebürtigen Wasserburgers löste eine heftige Reaktion der Gemeinde Palermos aus. “Niemand hat das Recht, die Denkmäler unserer Stadt zu schänden, während sich der Stadtrat mit allen Kräften bemüht, sie zu schützen. Diese Initiative ist eine Beleidigung für die Stadt, ihre Geschichte und Kultur. Es wird seitens der Gemeinde keine Toleranz für diejenigen geben, die unsere Denkmäler ruinieren”, so Vizebürgermeister Emilio Arcuri laut sizilianischen Medien.

Jäntsch für außergewöhnliche Aktionen bekannt

Jäntsch ist bekannt für außergewöhnliche Aktionen oder Eingriffe, wie er sie nennt. Meist sucht er sich dafür Orte aus, die – im öffentlichen oder halb-öffentlichen Raum gelegen – in Vergessenheit geraten sind oder absichtlich ignoriert werden. So bespielte Jäntsch etwa in Palermos Altstadt die Ruinen mehrerer Palazzi, er kandidierte in einer sizilianischen Kleinstadt als Bürgermeister mit falschem Bart und Plastikblumen, und er überarbeitete das stillgelegte Bahnhofsareal des Orientexpress in Venedig mit Logos von Weltmarken.

Auf Palermos Piazza Garrafello richtete er ein Freilichtmuseum für seine Installationen ein. Dafür nütze er das eingestürzte Gebäude. Aus Sorge vor weiteren Unfällen zwangen die Behörden Jäntsch, seine Installationen zu räumen. Das Gebäude wurde jedoch immer noch nicht saniert.

(APA)

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