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Vorarlberger Kinder-Anwalt Rauch kritisiert psychiatrische Versorgung

Jugendanwalt Michael Rauch kritisiert das Land.
Jugendanwalt Michael Rauch kritisiert das Land. ©VOL.AT/Schmid
Vorarlbergs Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch hat am Donnerstag die Versorgungslandschaft in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Landes kritisiert.

Es sei der Landesregierung über Monate hinweg nicht gelungen, diesbezüglich klare Entscheidungen zu treffen, bemängelte Rauch. Im Bereich der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge seien auch 2016 enorme Anstrengungen notwendig.

Heilpädagogisches Zentrum

Rauch sprach sich bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts 2015 der Kinder- und Jugendanwaltschaft klar für den Betrieb eines heilpädagogischen Zentrums (inklusive schulischem Angebot) abseits der bestehenden kinder- und jugendpsychiatrischen stationären Vollversorgung aus. Das Therapiezentrum “Carina” habe diese Aufgabe über 30 Jahre erfüllt, ehe es zwischen der Krankenhausbetriebsgesellschaft und den “Carina”-Verantwortlichen zu Auffassungsunterschieden und in weiterer Folge zu Konflikten gekommen sei. Seit Herbst wird dort lediglich noch ein heilpädagogischer Kindergarten geführt.

Bedarf unbestritten

Der Kinder- und Jugendanwalt hoffte, dass noch im März die Entscheidung fällt, wie die Versorgungslandschaft in Zukunft aussehe. Dass heilpädagogischer Bedarf gegeben sei, sei unbestritten. Bei entsprechenden Arbeitsgruppen-Sitzungen im Lauf des Jahres sei er sich jedenfalls wie ein Mediator vorgekommen, sagte Rauch. Die Sicht des Kindes sei leider selten im Mittelpunkt gestanden.

“Bin aber zuversichtlich”

In Sachen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge berichtete Rauch von aktuell 187 Kindern und Jugendlichen, die in Vorarlberg betreut werden. Nur einer von ihnen ist jünger als 14 Jahre. Das Land erfülle die Quote zu etwa zwei Drittel, “ich bin aber zuversichtlich, dass wir sie heuer schaffen werden”, so Rauch. Dafür werde im heurigen Jahr die Schaffung von drei Wohneinheiten zu je 30 Plätzen notwendig sein. Insgesamt hielten sich derzeit etwa 800 Flüchtlingskinder in Vorarlberg auf. Manche Flüchtlingsfamilien seien mit ihren Kindern in Großquartieren untergebracht, was Rauch bemängelte. Er wies aber auch darauf hin, dass Vorarlberg trotz geschlossener Grenzen wöchentlich 30 Personen aufzunehmen habe. Gelungen sei hingegen die schulische Integration der Flüchtlingskinder.

“Es gibt keinen Überblick”

Die Zahl der in Vorarlberg lebenden Kinder von Armutsreisenden schätzte Rauch auf 150 bis 200 (“es gibt keinen Überblick”). Es sei keinesfalls zu tolerieren, dass Armutsreisenden mit der Kindeswegnahme gedroht werde, um diese wieder zur Abreise zu bewegen.

Eine Deckelung der Mindestsicherung lehnte Rauch ab. “Davon wären in Vorarlberg rund 700 Kinder und Jugendliche betroffen”, stellte er fest. Stattdessen forderte er die Einführung einer Altersstaffelung mit höheren Unterstützungsbeträgen für ältere Kinder. (APA)

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