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Vorarlberger Jugendwohlfahrt hat zu wenig Personal

Die Vorarlberger Jugendwohlfahrt verfügt über zu wenig Personal. Wegen der steigenden Anforderungen und der zunehmenden Komplexität der Fälle reichen die derzeitigen Personalressourcen nicht mehr aus.
Grüne: Rechnungshof deckt schwere Mängel auf
Prüfbericht des Rechnungshofs (*.pdf)

Wegen der steigenden Anforderungen und der zunehmenden Komplexität der Fälle reichten die derzeitigen Personalressourcen trotz des hohen Einsatzes der Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaften (BH) und des Fachbereichs Jugendwohlfahrt der Landesverwaltung nicht mehr aus, hieß es in einem Prüfbericht des Vorarlberger Landesrechnungshofs (RH), der am Freitag von Direktor Herbert Schmalhardt und Landtagspräsidentin Bernadette Mennel (V) präsentiert wurde.

Die personellen Kapazitäten – an den Vorarlberger BH waren im Prüfjahr 2007 49 Mitarbeiter in der Jugendwohlfahrt tätig – müssten angepasst werden, hieß es. Allein die Gefährdungsabklärungen hätten von 2002 bis 2007 um 45 Prozent zugenommen, so RH-Direktor Schmalhardt. Um Burnout-Symptomen bei den Beschäftigten vorzubeugen, müsse der Bedarf an Supervision geklärt werden. Zum Druck auf die Mitarbeiter, bedingt durch ihre hohe Verantwortung, kämen noch Herausforderungen wie etwa schnelle Veränderungen rechtlicher Vorschriften, erklärte Schmalhardt. Hier sei eine juristische Fachkraft nötig, die für Fragen zur Verfügung stehe.

Derzeit bestehe im Leistungsangebot der Vorarlberger Jugendwohlfahrt eine hohe Standardisierung, dabei seien inzwischen häufig differenziertere Maßnahmen nötig, so der RH-Direktor weiter. Hier bedürfe es daher einer “sauberen Analyse” durch Experten. Zudem sei anzuraten, den Präventionsbereich auszubauen, um die Zahl der zu betreuenden Kinder und Jugendlichen sowie die Kosten für die Jugendwohlfahrt zu senken. Weil aber auch in der für die Steuerung zuständigen Landesverwaltung Personal fehle, würden bereits bestehende Konzepte nur eingeschränkt umgesetzt.

Die Probleme seien den zuständigen Stellen bekannt und würden bereits angegangen, entgegnete Landtagspräsidentin Mennel. So habe man etwa ab 1. September eine neue Fachstelle in der Jugendwohlfahrt für Prävention geschaffen. Eine juristische Stelle sei ab 1. Dezember vorgesehen. Zur Verbesserung der Situation wurde ein Organisations- und Personalentwicklungsprojekt gestartet, das laut Mennel bis spätestens Juni 2010 abgeschlossen sein soll.

2008 wurden bis zu 9.000 Kinder und Jugendliche in Vorarlberg von der Jugendwohlfahrt betreut, das sind laut Schmalhardt zehn Prozent der Bis-19-Jährigen. Im RH-Prüfungsjahr 2007 gab der von Land und Gemeinden gespeiste Sozialfonds 18,5 Mio. Euro in diesem Bereich aus, der Großteil floss mit 14,7 Mio. Euro in Erziehungshilfe-Maßnahmen.

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