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Vorarlberger ist Kommandant der UNO-Truppen

Der neue Kommandant der UNO-Truppen im Kosovo kommt aus Vorarlberg. Der 36-jährige Peter Rüscher hat am Montag den Befehl über 35 Beamte übernommen.

Er ist zum Kommandant des 35-köpfigen österreichischen UNO-Kontingents am Kosovo ernannt worden. Dies ist allerdings der kleinste Teil seines neuen Jobs: Peter Rüscher aus Nüziders ist Chef von UNO-Polizisten aus 47 Ländern.

Morde, Raubüberfälle, Menschenhandel, Illegale Waffen. “Eben alle Kapitaldelikte, die das Strafgesetzbuch hergibt”, sagt die Stimme am anderen Ende der knatternden Telefonleitung. Die Delikte auf der Tagesordnung unterscheiden sich geringfügig von denen seiner Vorarlberger Gendarmeriekollegen. Und doch ist Peter Rüscher einer von ihnen: Ab sofort ist der 36-jährige aus Nüziders als “Chief Operations” für Polizisten aus insgesamt 47 Nationen in der Region rund um Pristina am Kosovo verantwortlich. Der Ausbildungsstand und kulturelle Hintergrund der internationalen Kollegen könnte unterschiedlicher kaum sein.

Gefährliche Mission

Es tut gut, wieder Vorarlberger Dialekt zu sprechen, dem 1448 Straßenkilometern entfernten Ländle zumindest für kurze Zeit ein Stück näher zu rücken. “Das Internet funktioniert in Pristina recht ordentlich, man muss halt mehrmals täglich mit kompletten Stromausfällen rechnen”, erzählt Peter Rüscher im Gespräch mit den “VN”. So ist er in ständiger Verbindung mit seiner Lebensgefährtin, die in Nüziders wohnt und auf seine Rückkehr vom internationalen Einsatz im Juli kommenden Jahres wartet.

“Wir haben uns natürlich lange beraten, bevor ich mich vor fünf Monaten in Richtung Kosovo verabschiedet habe”, erzählt Peter Rüscher. Doch es war schon immer sein sehnlichster Wunsch, bei einem UNO-Einsatz dabei zu sein. Ab sofort ist er nicht nur dabei, sondern mittendrin – in führender Position. “Chief of Operations Pristina Region” stünde seit gestern auf seiner Visitenkarte. Doch Visitenkarten zählen im ehemaligen Kriegsgebiet nichts. Noch immer brodelt der ethnische Konflikt. Die große Mehrheit der Albaner trifft auf einige Serben, auch Zigeuner. “Viele der Straftaten sind nach wie vor ethnisch motiviert”, sagt der Leiter der Stabsabteilung. Von friedlichem Zusammenleben keine Spur.

Weihnachten fällt aus

Exakt eine Woche vor Heiligabend mag beim Auslandsösterreicher kaum Weihnachtsstimmung aufkommen: “Die eigentlich ruhigen Tage werden bei mir voller Arbeit sein, da ich für die gesamten UNO-Polizeieinsätze hier verantwortlich bin.” Zumindest am 24. Dezember wird er mit einigen Freunden den Abend gemütlich verbringen – darunter auch ein Dornbirner, der ebenso in Pristina Dienst tut. Für mehr fehlt die Zeit.

Ob er schon einmal etwas richtig Vorarlbergerisches in den Kosovo mitgenommen hat? “Nein, aber gestern waren wir auf einem Fest eines französischen Kollegen, der originalen Camembert aus der Normandie serviert hat”, antwortet Rüscher. Beim nächsten Kurzurlaub im Ländle werde er einen Vorarlberger Bergkäse einpacken. Als Revanche.

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