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Vorarlberger Handelsstudie empfiehlt Stärkung der Ortskerne

95 Prozent der Bevölkerung decken sich regional mit Waren ein.
95 Prozent der Bevölkerung decken sich regional mit Waren ein. ©VOL.AT/Klaus Hartinger
Schwarzach. Eine Studie zur Einzelhandelsentwicklung im Vorarlberger Rheintal und Walgau empfiehlt die weitere Stärkung der Innenstädte. Insgesamt gibt es in den Regionen bis 2020 ein Potenzial für rund 59.000 Quadratmeter zusätzliche strukturverträgliche Einzelhandelsverkaufsfläche, bis 2030 rund 87.000 Quadratmeter. Dabei wurde auch ein Kriterien-Set für Gemeinden zur Beurteilung neuer Projekte erstellt.
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Der Einzelhandel im Rheintal und Walgau verfügt laut der Studie derzeit über eine Verkaufsfläche von rund 448.000 Quadratmetern. Bis 2030 ist ein Wachstum um 20 Prozent prognostiziert. 95 Prozent der Bevölkerung decken sich regional mit Waren ein, eine Kaufkraft von 1,54 Mrd. Euro. Aus der Schweiz und Liechtenstein fließen 53 Mio. Euro zu, aus Deutschland rund 12,2 Mio. Touristen lassen rund 134,2 Mio. Euro liegen. Bis 2020 rechnete Murauer mit Kaufkraftzuwächsen aus der Schweiz und dem Fürstentum von durchschnittlich 11,2 Mio. Euro.

Priorität für Bregenz, kein Vorrang für Dornbirn

Um den zu erwartenden Kaufkraftzuwachs von 208 Mio. Euro bis 2020 und 307 Mio. Euro bis 2030 abschöpfen zu können, sollten sich Gemeinden in der Frage, wo neue Einzelhändler sich situieren und welche Branchen sich ansiedeln sollen, stärker abstimmen. Priorität in der Entwicklung habe mit einer Verkaufsfläche pro Einwohner von 1,3 Quadratmetern und einem Handelsflächenpotenzial von rund 16.000 Quadratmetern vor allem der Raum Bregenz, dann die Räume Feldkirch und Bludenz/Bürs. Dornbirn, das mit dem Messepark bereits über das größte Einkaufszentrum Vorarlbergs verfügt, habe eher keinen Vorrang, so Studienautor Roland Murauer von der CIMA Austria Beratung + Management GmbH.

“Kein Messepark 2 für Bregenz”

Den “Seestadt”-Projekten in Bregenz und einer möglichen Expansion des Messeparks stand Murauer kritisch gegenüber. Die Pläne für das Seestadt-Areal überschritten die 16.000 Quadratmeter Handelsflächenpotenzial deutlich. “Ein Messepark 2 wäre für Bregenz und die Betreiber nicht das Gelbe vom Ei”, so der Studienautor. Zu Unverträglichkeiten könnte es bei einer Ansiedelung neuer Einzelhändler entlang der Bregenzer Rheinstraße kommen, wo es entsprechende Widmungen gebe. Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser hielt entgegen, man müsse auf einen Mix von Fachgeschäften achten und nicht “more of the same” ansiedeln. Er wolle zudem darüber diskutieren, ob Landesraumpläne künftig auf fünf Jahre befristet werden sollen. Wie an der Rheinstraße seien derzeit viele Flächen nicht ausgeschöpft.

Innenstädte zunehmend unter Druck

Vorarlberg verfüge noch über einen guten Flächen- und Branchenmix, aber die Innenstädte seien zunehmend unter Druck, betonte Murauer. Rüdisser erklärte, die Flächenverteilung sei heute besser als vor zehn Jahren. Dass aber 70 Prozent der Flächen am Ortsrand situiert sind, zeige, dass hier eine Grenze erreicht sei für zukünftige Projekte. Zentrale Strategie müsse es sein, Ortskerne und Innenstädte zu stärken, betonte er. Gebhard Sagmeister, Obmann der Sparte Handel, nannte die Studie einen “guten Wegweiser, wie ungesunde Entwicklungen verhindert werden können”. Der Blick müsse weg vom Einzelprojekt hin zur Standortentwicklung ganzer Quartiere.

Die umfangreiche CIMA-Studie im Auftrag des Landes und der Sparte Handel der Wirtschaftskammer entstand von März 2013 bis Februar 2014. Ein weiteres Ziel neben der Erhebung der Ist-Situation und einer Prognose für die künftige Handelsentwicklung war ein Kriterienkatalog als Hilfestellung für Gemeinden, die Landesabteilung und die Wirtschaft in Hinblick auf neue Projekte, etwa nach vorhandener Kaufkraft, Lage, Einwohnerdichte und Flächenverbrauch. In einem Ampelsystem soll das Set eine Diskussionsgrundlage bilden.

(APA)

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