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Vorarlberg wird kein Bioland

Das von den Grünen geforderte Bioland Vorarlberg sorgte gestern im Ausschuss für Debatten, die ÖVP lehnte die Forderung schließlich ab: „Der Landwirtschaft keine Zwangsjacke umschnallen.“
Das von den Grünen geforderte Bioland Vorarlberg sorgte gestern im Ausschuss für Debatten, die ÖVP lehnte die Forderung schließlich ab: „Der Landwirtschaft keine Zwangsjacke umschnallen.“ ©VOL.at: Bernd Hofmeister
Bregenz (VN-Andreas Dünser) Nach dem Schweineskandal muss das Bioland Vorarlberg langfristig realisiert werden, sagen die Grünen. Und fordern auch, dass die Landesregierung die Landwirtschaftsförderung entsprechend ändert. Entsprechende Anträge der Grünen wurden gestern im landwirtschaftlichen Ausschuss eifrig debattiert – und von ÖVP und FPÖ abgelehnt.

Stattdessen brachten VP und FP einen Abänderungsantrag ein. In diesem wird „die Landesregierung ersucht, sich dafür einzusetzen, dass die Zahl der Biobetriebe in den nächsten Jahren verdoppelt wird.“ Maßnahmen, die zum Ausbau der Bio-Landwirtschaft geeignet sind und die Marktentwicklung mitberücksichtigen, sollen in der „Strategie Landwirtschaft 2020“ verankert werden. „Wir halten das Ziel, die Zahl der Biobetriebe zu verdoppeln, für ambitioniert genug“, sagte Josef Türtscher (VP, 51). Man wolle der Landwirtschaft keine Zwangsjacke umschnallen, die sie von den Bedürfnissen der Konsumenten abkoppelt: „Biobetriebe zu fördern, ist vernünftig. Gleichzeitig muss aber seitens der Konsumenten die Bereitschaft vorhanden sein, für diese qualitativ hochwertigen Produkte einen fairen Preis zu bezahlen.“ Landesrat Erich Schwärzler (58) erklärte: „Ja zum Ausbau von Biobetrieben, die derzeit 500 Betriebe sollen verdoppelt werden.“ Das Land will die Umstellung fördern. Aber gleichzeitig habe man sich zu „überlegen, wie man Absatzmärkte ausbaut.“ Man habe den Markt zu beobachten, sagte Daniel Allgäuer (FP, 47): „Es nutzt ja nichts, wenn wir 100 Prozent Bio produzieren würden, dies im Regal aber kaum nachgefragt würde.“ Ja zu Bio, aber mit Augenmaß – und Marktchancen: So könnte man die schwarz-blaue Position bezeichnen.

„Schwammige Erklärung“

Grünen-Chef Johannes Rauch (52) ist verärgert: „Offenbar mag sich die ÖVP nach der Energieautonomie keine zweite Vision mehr zumuten.“ Anstatt das Bioland zu verankern, „wurde die schwammige Absichtserklärung verabschiedet, den Bioanteil in den nächsten Jahren verdoppeln zu wollen.“ Rauch ärgert sich auch über das schwarz-blaue Nein zu einem weiteren Antrag der Grünen – landeseigene Grundstücke bevorzugt an Biobauern zu verpachten. „Damit haben sich jene durchgesetzt, die Bio für eine vorübergehende Schnapsidee halten, die sich nie am Markt durchsetzen werde.“ Dabei sei das Gegenteil ja bereits erwiesen: „1,3 Millionen Liter Vorarlberger Biomilch werden beispielsweise im Jahr verkauft.“ Das Bioland Vorarlberg sollte laut Rauch unter anderem folgende Merkmale aufweisen: „Die Umstellung der gesamten landwirtschaftlichen Produkte auf biologische Wirtschaftsweise bis 2030, eine klare Kennzeichnung für alle Lebensmittel im Handel und eine neue Allianz zwischen Konsumenten und Produzenten.“

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