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Vorarlberg will neun Gebietskrankenkassen beibehalten

Wallner spricht von "roter Linie"
Wallner spricht von "roter Linie" ©APA
Angesichts der Überlegungen von ÖVP und FPÖ, die Zahl der derzeit 21 Sozialversicherungsträger zu reduzieren, fordert Vorarlberg die Beibehaltung der neun Gebietskrankenkassen. Dies sei eine rote Linie, so Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Dienstag in den "Vorarlberger Nachrichten". Skepsis äußerte auch der Vizeobmann der SVA.

Die beiden Koalitionsverhandler haben bereits im Wahlkampf klargemacht, dass es künftig weniger Sozialversicherungsträger geben soll. Dem Vernehmen nach haben sie sich darauf verständigt, dass die Kassen innerhalb von zwei Legislaturperioden zusammengelegt werden soll. Davor gelte es, die Kassenleistungen zu vereinheitlichen.

Manfred Brunner kritisiert Überlegungen

Der Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK), Manfred Brunner, kritisiert diese Überlegungen. Er ist der Meinung, ein “zentraler Sozialversicherungsmoloch” käme teurer als das bisherige System. Eine Zentralisierung würde jahrelang Ressourcen binden und käme schlussendlich nicht billiger, so Brunner. Der Obmann der VGKK besteht auf die Budget-, Vertrags- und damit Planungshoheit der neun Länderkassen und dieser Meinung sei auch der Landeshauptmann. Vorarlberg stelle sich aber nicht generell gegen eine Reform. So sehe Wallner abseits der neun Gebietskrankenkassen genug Möglichkeiten für Zusammenlegungen. Effizienzpotenzial ortet Brunner außerdem in der Abstimmung zwischen dem Spitalssektor und dem niedergelassenen Bereich.

Zusammenlegung löst nicht Probleme im Gesundheitswesen

Skeptisch zeigte sich auch der Vizeobmann der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft, Alexander Herzog, denn eine Zusammenlegung der Kassen allein würde nicht die Probleme im Gesundheitswesen lösen, erklärte er in den “Salzburger Nachrichten”. Herzog verwies auf das bereits vorgestellte “Fünf-Träger-Modell” der Wirtschaftskammer. Demnach sollte es nur noch fünf Versicherungsträger und statt den neun Gebietskrankenkassen eine einzige mit neun Landesorganisationen geben. Die SVA der Gewerblichen Wirtschaft und die SVB der Bauern sollten zu einem Träger für Selbstständige zusammengelegt werden. Die Versicherungsanstalt für öffentliche Bedienstete, die Pensionsversicherungsanstalt PVA und die Unfallversicherungsanstalt AUVA blieben in dem Modell erhalten. “Wer allerdings glaubt, dass nach einer Reform Milch und Honig im Gesundheitssystem fließen, der irrt”, stellte Herzog fest. Er rechnet damit, dass eine Fusion in fünf bis zehn Jahren vollzogen werden könnte. Herzog pocht auch auf einen Finanzierungstopf für alle Ausgaben für die Gesundheit.

(APA)

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