Vorarlberg verschärft Maßnahmen gegen Rinder-TBC

Die TBC-Verdachtsfälle der letzten Wochen bringen die Vorarlberger Alpen in Verruf.
Die TBC-Verdachtsfälle der letzten Wochen bringen die Vorarlberger Alpen in Verruf. ©VOL.AT/Berchtold
Bregenz. Vorarlberg hat nach den Fällen in jüngster Vergangenheit die Maßnahmen im Kampf gegen Rinder-TBC weiter verschärft. Veterinärbehörden, Landwirtschaftskammer (LWK), Jagdvertreter und das Land Vorarlberg stellten ein Maßnahmenprogramm für die betroffenen Täler vor.

Die LWK bietet zudem eine Versicherung für milchliefernde Betriebe. So soll im Fall einer Sperre der Schaden für die entgangenen Milcheinnahmen kompensiert werden.

Fünf Höfe wegen TBC-Verdachts gesperrt

In Vorarlberg sind derzeit fünf Betriebe wegen des Verdachts auf Rinder-TBC vorläufig gesperrt. In Klösterle wurden diese Woche zwei weitere Verdachtsfälle bekannt. In allen Verdachtsfällen wurden die Tiere, die bei Tests Reaktionen zeigten, getötet und Gewebeproben für einen Erregernachweis eingeschickt.

Weil für den endgültigen Nachweis Kulturen angelegt werden müssen, werden noch mehrere Wochen vergehen, bis Gewissheit vorliegt. Das Land geht seit geraumer Zeit mit großem Aufwand gegen die Tierkrankheit vor, die auf Almen von Rotwild übertragen wird. Betroffen sind vor allem das Silbertal und das Klostertal.

Abschussquoten für Wild werden erhöht

Das Programm in Ergänzung zu den bisher getroffenen Maßnahmen sieht eine neuerliche Erhöhung der Abschussquote bei Rotwild vor, im Kerngebiet um 70 Prozent, im Randgebiet um 30 Prozent, so Landwirtschaftskammerdirektor Gebhard Bechter. Im Kerngebiet werden alle Rotwildabschüsse auf TBC getestet, die Altersklassen werden aufgehoben und die Schusszeiten verlängert.

Um die Jagd dort nicht zu behindern, werden in Zusammenarbeit mit dem Tourismus und den Gemeinden Wegegebote und Sperrgebiete eingerichtet. Zentrales Thema sei die Trennung von Nutzvieh und Wildtieren, so Bechter. Dezentrale Fütterungsstellen und Weidehygiene seien entscheidend, um die Infektionsmöglichkeiten zu minimieren. Eine Arbeitsgruppe begleitet und kontrolliert die Umsetzung der Maßnahmen.

Entschädigungen für Landwirte

“Die Landwirte sind sehr beunruhigt”, sagte Bechter. Eine mehrmonatige Sperre eines milchliefernden Betriebs bedeute einen Schaden von 40.000 bis 50.000 Euro. Dieser werde nun zu 100 Prozent durch einen Versicherungstopf, der aus Landesgeldern gespeist wird, ersetzt. Ein Tierverlust werde aus Bundesmitteln abgegolten. “Für einen Bauern ist so etwas aber auch persönlich ein Schlag”, so Bechter. Einige Landwirte aus den betroffenen Gebieten meldeten zudem Schwierigkeiten beim Verkauf von Zuchtvieh.

Vorarlbergs Alpen geraten in Verruf

Sorgen machten sich auch die Alpbesitzer. So hätten einige der heimischen Landwirte angekündigt, ihr Vieh nicht mehr auf den betroffenen Alpen zu sömmern. Auch die Schweizer und Liechtensteiner Behörden rieten ihren Bauern bereits davon ab, Tiere auf Vorarlberger Alpen weiden zu lassen. Bleibe das Vieh aus, könnten die Alpen nicht mehr bewirtschaftet werden, so Bechter. Man nehme das Thema daher sehr ernst und hoffe, durch gute Information zur Beruhigung der Landwirte beitragen zu können. (red/APA)

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