Vorarlberg: Metaller-Gewerkschaften rufen zu Betriebsversammlungen auf

©ÖGB
Rund 80 BetriebsrätInnen haben bei einer Konferenz in Dornbirn eine Resolution beschlossen und Betriebsversammlungen einberufen.

Am 25. Oktober fanden aufgrund der Lohn- und Gehaltsverhandlungen für die 192.000 Beschäftigten der Metallindustrie in Österreich – 13.000 davon in Vorarlberg – österreichweit BetriebsrätInnen-Konferenzen statt. Insgesamt informierten sich in Vorarlberg 75 BetriebsrätInnen über den Stand der Verhandlungen und beschlossen in einer Resolution, die Einberufung und Durchführung von Betriebsversammlungen. Bei der Konferenz nahmen zudem BetriebsrätInnen der Brauindustrie, des Metallgewerbes, der Arbeitskräfteüberlassung und der Eisenbahn teil. Auch in diesen Bereichen finden Kollektivvertragsverhandlungen statt.

“Verhöhnung der Beschäftigten”

„Trotz einem wirtschaftlichen Rekordjahr haben die Arbeitgeber nur 2,02 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung angeboten, was lediglich der Inflationsabgeltung entspricht. Die Arbeitgeber wollen die ArbeitnehmerInnen nicht an der von ihnen erwirtschafteten Wertschöpfung teilhaben lassen. Das ist eine Verhöhnung der Beschäftigten. Wir halten an unserer Forderung nach fünf Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung fest“, betonen die BetriebsrätInnen der Metallindustrie in der Resolution.

Hinzu komme, dass das bisherige Entgegenkommen der Arbeitgeber bei den Arbeitszeitforderungen nicht ausreichend war. Die von den Gewerkschaften geforderte 4-Tage-Woche und die Wahlfreiheit zwischen Zeit und Geld wird von Seiten der Unternehmer ignoriert. „Wir erhöhen nun die Schlagzahl. Nächste Woche werden Betriebsversammlungen einberufen und zwischen 1. und 7. November in der gesamten Metallindustrie durchgeführt. Die Betriebsversammlungen werden zudem nur unterbrochen und können jederzeit wiederaufgenommen werden und in gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen übergehen“, sagte PRO-GE Landesgeschäftsführer Erich Nagel.

“Offen für die nächste Verhandlungsrunde”

Nachdem der Fachverband Metalltechnische Industrie in einer Presseaussendung erklärte, jederzeit „für einen Abschluss bereit und offen für die nächste Verhandlungsrunde“ zu sein, fordern die BetriebsrätInnen die Arbeitgeberseite auf, die Verhandlungen nicht um weitere zwei Wochen unnötig zu verschleppen. Der neue Kollektivvertrag soll ab 1. November gelten, daher ist aus Sicht der Gewerkschaften ein früherer Verhandlungstermin notwendig. „Der von den Arbeitgebern angebotene 8. November ist respektlos gegenüber den ArbeitnehmerInnen. Das entspricht nicht einem guten sozialpartnerschaftlichen Dialog auf Augenhöhe. Wir wollen rasche Lösungen beim Geld und bei der Arbeitszeit“, sagte Joachim Moser von der GPA-djp.

 

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