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Vorarlberg: Einsatz der Cobra für bedrohtes Liebespaar

Es kam sogar zu einem Cobra-Einsatz.
Es kam sogar zu einem Cobra-Einsatz. ©APA
Türkischstämmiger Mann wollte mit Drohungen erreichen, dass sich seine Schwester von ihrem katholischen Freund trennt.

Weil die Besorgnis bestand, dass es tatsächlich zu den angedrohten Gewalttaten gegen das Liebespaar aus dem Bezirk Feldkirch kommen könnte, wurde im Juli 2017 das Sondereinsatzkommando der Polizei angefordert. Cobra-Beamte schritten ein und nahmen den aufgebrachten 25-jährigen Studenten fest. Der Österreicher türkischer Abstammung wurde nach 29 Stunden im Polizeiarrest wieder auf freien Fuß gesetzt.

Mit Gewalt gedroht

Der 25-Jährige und sein 20-jähriger Bruder wurden daraufhin vom zuständigen Sachbearbeiter der Staatsanwaltschaft Feldkirch wegen versuchter Nötigung angeklagt. Demnach sollen die unbescholtenen Moslems ihrer muslimischen Schwester und deren katholischem Freund mit Gewalt gedroht haben, wenn sie ihre Liebesbeziehung nicht beenden.

Die 18-jährige Schwester der beiden Angeklagten machte als Zeugin vor Gericht von ihrem Recht Gebrauch, gegen ihre Brüder nicht mehr auszusagen. Deshalb durfte Richter Richard Gschwenter ihre belastenden Angaben von der polizeilichen Einvernahme nicht verwenden.

Das führte dazu, dass der 20-Jährige, der die Vorwürfe bestreitet, freigesprochen wurde. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Dem in Vorarlberg geborenen Österreicher türkischer Abstammung war im Strafantrag zur Last gelegt worden, er habe zu seiner Schwester gesagt, er werde sie so lange einsperren und ihr Handy wegnehmen, bis sie sich von ihrem Freund trenne.

Versuchte Nötigung

Weil es außer seiner Schwester noch andere Belastungszeugen gab, wurde der 25-jährige Erstangeklagte wegen versuchter Nötigung zu einer unbedingten Geldstrafe von 1500 Euro (150 Tagessätze zu je zehn Euro) verurteilt. Auch dieses Urteil ist nicht rechtskräftig. Er hatte nach Ansicht des Richters seine Schwester und deren 20-jährigen Freund mit Drohungen zur Beendigung der Beziehung zu zwingen versucht.

Weil seine Schwester vor Gericht nicht mehr aussagte, blieb ihm eine Verurteilung für eine zusätzliche Drohung erspart. Der 25-Jährige soll zu ihr gesagt haben, sie könne ihn im Gefängnis besuchen, wenn sie den Kontakt zu ihrem Freund nicht abbreche.

Vor der Polizei hatte der Moslem zu Protokoll gegeben, die Beziehung seiner Schwester mit einem Österreicher passe nicht zur türkischen Kultur. Dafür seien die kulturellen Unterschiede zwischen muslimischen Türken und katholischen Österreichern zu groß.

Die Einstellung und das Verhalten der beiden Angeklagten sei erschütternd und ein starkes Stück, merkte Richter Gschwenter an.

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