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Vorarlberg: Dornbirner Notarztfahrzeug 1.750 Mal im Einsatz

Einzelkämpfer auf der Straße
Einzelkämpfer auf der Straße ©STADT DORNBIRN
Dornbirn - Rund 1.750 Einsätze absolvierte das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) in Dornbirn im vergangen Jahr. Dabei war es bei über 75 Prozent ein notwendiger Einsatz eines Notarztes.

„Rund 30.000 Kilometer hat das Dornbirner Notarzteinsatzfahrzeug im vergangenen Jahr zurückgelegt. In einem sogenannten Rendezvous-System werden bei der Alarmierung das Notarzteinsatzfahrzeug sowie ein Rettungswagen getrennt zum Einsatzort geschickt, um die Notfallpatienten gemeinsam vor Ort zu versorgen. Aus jeweils 23 Mitgliedern besteht das Ärzte- und Pflegeteam am Krankenhaus Dornbirn, die sich im präklinischen Notarztsystem abwechseln.

„Ich weiß nie, was mich am Einsatzort erwartet.“ Der ärztliche Leiter des NEF Dornbirn, Dr. Adolf Zoll, ist seit 1994 als Notarzt tätig. In dieser Zeit wurde er über 6.000 Mal zu Notfällen gerufen. In kürzester Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen, hat für ihn eine lebensrettende Routine. „Je mehr Einsätze, desto mehr Erfahrung. Und die ist in den Momenten, wenn jede Sekunde zählt, entscheidend.“

Selbst Ruhe auszustrahlen und am Einsatzort die Übersicht zu behalten sind wesentlich für die Arbeit der Rettungsmannschaft. Der überwiegende Anteil, mit über 62 Prozent der Einsätze, sind internistische Notfälle wie Herzinfarkte, Bewusstlosigkeit, Atemnot oder Kreislaufprobleme. Der eintreffende Notarzt versucht, den Kreislauf sowie die Atmung des Patienten zu stabilisieren. Zentrale Aufgabe in der Notfallmedizin ist die erfolgreiche Sicherung der Atemwege, da ohne Beatmung alle weiteren Therapiemaßnahmen vergeblich bleiben.

„Das Atemwegsmanagement im Notfall vor Ort ist deutlich schwieriger im Vergleich zum Krankenhaus“, beschreibt der erfahrende Anästhesist, „da zahlreiche Faktoren erschwerend hinzu kommen“. Der Zustand der Patienten, die Umgebungsverhältnisse und die limitierte Ausrüstung. Hier sind die individuellen Kenntnisse des medizinischen Personals entscheidend. Dass zusätzlich zum Notarzt auch eine diplomierte Pflegekraft anwesend ist, unterstützt in diesen ersten wichtigen Minuten maßgeblich.

Einzelkämpfer auf der Straße

Während man im Krankenhaus in hohem Maße auf Sicherheit arbeitet, müssen Notärzte auf der Straße oder in einer Wohnung schnell und allein Entscheidungen treffen, ohne Labor und Röntgenbilder. Sie müssen sich auf Nase, Augen und Hände verlassen. Im Krankenhaus gibt es einen Hintergrund von Kollegen, die man um eine zweite Meinung bitten könne. „Aber im Notarztwagen wird man zum Einzelkämpfer.”

Reanimationsalarm im Krankenhaus

Der Herzstillstand kann jeden treffen – unvermittelt und jederzeit. Das Erkennen des Herzstillstandes und der unverzügliche Beginn der Wiederbelebung sind für das Überleben des Betroffenen entscheidend. Deshalb wird das medizinische Personal unter der Leitung von Dr. Adolf Zoll, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin, regelmäßig in sogenannten „Basic- sowie Advanced-Life-Support“ Kursen geschult. 2017 wurde 31-mal der Reanimationsalarm im Krankenhaus ausgelöst. Im vergangen halben Jahr waren es 19 Alarmierungen.

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