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Vorarlberg: "Das größte Versagen ist das Nichtstun"

Die alljährliche Tagung des World Future Council, das World Future Forum, findet noch bis Sonntag im Festspielhaus Bregenz statt.
Die alljährliche Tagung des World Future Council, das World Future Forum, findet noch bis Sonntag im Festspielhaus Bregenz statt. ©Youtube/Kongresskultur Bregenz
Das nicht angemessen Reagieren auf die globalen Probleme hat der Gründer des Alternativen Nobelpreises und des Weltzukunftsrates (World Future Council/WFC), Jakob von Uexküll, am Donnerstag in Bregenz als "das größte Versagen unserer Zeit" bezeichnet. Die alljährliche WFC-Tagung, das World Future Forum, findet noch bis Sonntag im Festspielhaus Bregenz statt.
Die Eröffnung live aus Bregenz

Nicht zu reagieren, obwohl man bereits viele Lösungen habe, sei unverantwortlich, sagte Uexküll bei der Pressekonferenz zum Auftakt der Tagung, zu der sich 50 Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur aus aller Welt treffen, um nach ganzheitlichen und kreativen Lösungsstrategien für die Probleme unserer Zeit zu suchen.

“Mächtigste Generation, die je gelebt hat”

Sich selbst bezeichnete von Uexküll als “Possibilist”. Durch seine Arbeit sehe er täglich, welche Möglichkeiten man bereits habe. Optimismus und Pessimismus hinsichtlich des Klimawandels oder anderer globaler Krisen seien “bequem, denn dann muss man nichts tun”, kritisierte der WFC-Gründer, der “unsere Generation” als “die mächtigste, die je gelebt hat” bezeichnete. “Unser Entscheiden oder Nichtentscheiden bestimmt über die Lebensqualität – vielleicht sogar das Überleben – der nachfolgenden Menschen”, postulierte von Uexküll.

Zu informieren und aufzuklären reiche aber nicht aus, man müsse den Menschen Hoffnung geben. Das WFC, das sich als “Stimme zukünftiger Generationen” versteht, holt deshalb mit dem “Future Policy Award” jährlich die besten nachhaltigen Gesetze aus der ganzen Welt vor den Vorhang. Diese würden nicht nur ausgezeichnet, der Weltzukunftsrat unterstütze auch bei der Umsetzung und Ausbreitung der “best practice”-Beispiele. 2017 beschäftigt sich der Preis in Kooperation mit den Vereinten Nationen mit der Bekämpfung der Wüstenverbreitung.

Kindern gehört die Zukunft

Eine besondere Rolle in der Gestaltung der globalen Zukunft billigten von Uexküll und WFC-Ratsmitglied Auma Obama den Kindern zu. Ihre Rechte als Menschenrechte anzuerkennen, sie über die Umweltsituation zu informieren, “damit sie wissen, welche große Verantwortung, sie haben”, und ihnen auch Hoffnung zu geben, sei ein Gebot der Stunde, forderte die Kinderrechtsexpertin und Halbschwester des früheren US-Präsidenten Barack Obama. “Wenn wir das hinkriegen, haben wir unsere Arbeit richtig gemacht”, sagte die in Deutschland promovierte Soziologin.

In Bregenz werden die Ratsmitglieder das Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre festlegen. Die Schwerpunkte des 10. World Future Forums sind Klima, Erneuerbare Energien, Frieden und Abrüstung, Kinderrechte sowie die Bekämpfung der Ausbreitung von Wüsten und nachhaltige Landwirtschaft. Am Sonntag werden die Ergebnisse der Tagung verschriftlicht und als “Bregenzer Deklaration” veröffentlicht.

(APA)

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