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Vorarlberg: Autolenker fuhr Passanten absichtlich von hinten an

Der Angeklagte sagte, er wollte seinen Kollegen gar nicht anfahren.
Der Angeklagte sagte, er wollte seinen Kollegen gar nicht anfahren. ©Rauch
Geldstrafe und bedingte Haftstrafe für angeklagten Pkw-Fahrer. Opfer kam glimpflich davon.

Der angeklagte Autolenker hat den Fußgänger am 22. November 2016 in Bludenz nach Ansicht des Gerichts absichtlich von hinten angefahren. Der 22-jährige Fußgänger kam mit einer leichten Gehirnerschütterung, Zerrungen, Prellungen und Abschürfungen noch relativ glimpflich davon.

Der Angeklagte wurde dafür gestern am Landesgericht Feldkirch wegen versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen. Der mit zwei Vorstrafen belastete 20-Jährige wurde zu einer bedingten Haftstrafe von sechs Monaten und einer unbedingten Geldstrafe von 1440 Euro (360 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat er dem Opfer 250 Euro zu bezahlen.

Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richterin Verena Marschnig ist bereits rechtskräftig. Staatsanwältin Karin Dragosits und der Angeklagte verzichteten auf Rechtsmittel. Der Strafrahmen für den jungen Erwachsenen betrug null bis zehn Jahre Gefängnis. Die verhängte kombinierte Strafe entsprach umgerechnet zwölf Monaten Haft.

Das Gericht folgte den Angaben des verletzten 22-Jährigen und eines unabhängigen Augenzeugen. Der verletzte Arbeiter gab an, sein angeklagter Kollege habe ihn abgeholt. Dann habe der Angeklagte ihm zu Unrecht vorgeworfen, ihm Cannabis gestohlen zu haben. Er sei wegen des sich daraus entwickelnden Streits ausgestiegen und zu Fuß weitergegangen. Der ­Pkw-Lenker sei ihm nachgefahren und habe ihn mit 20 bis 30 ­Stundenkilometern von hinten angefahren. Er sei auf die Motorhaube und danach auf den Boden geschleudert worden.

Selbstverantwortung

Der Angeklagte sagte hingegen, er habe seinen Kollegen gar nicht anfahren wollen. Der 22-Jährige habe gegen den Pkw getreten, sich auf die Motorhaube des fahrenden Autos gesetzt und die erlittenen ­Verletzungen deshalb selbst zu verantworten. Verteidiger Rudolf Hartmann beantragte einen Schuldspruch lediglich wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Neue/Seff Dünser

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