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Von Lügen, Sex und Freundschaft

©Arno Declair
Schnitzler und Miguel de Cervantes kommen zwei Mal.
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Die Behauptung, dass Arthur Schnitzlers „Reigen“ nicht mehr aktuell sei, hält Bernhard Lang für hinterfragbar. Es handelt sich um das legendäre Stück, das sein Urheber nach Störaktionen bei den ersten Aufführungen nach der Premiere in Berlin mit einem Bühnenverbot belegte. Schnitzler, der die Handlung in einem Ambiente mit Dienerschaft, Herren und wenig selbstbewussten Frauen spielen lässt, sei es darum gegangen, dass hier beinahe jede Person ihr Gegenüber, das heißt, den Menschen, mit dem sie sexuell verkehrt, anlügt.  Die szenenimmanente „Wiederholungsstruktur von Verführung, Sex und Postludium“ mache das Stück höchst affin für die „auf differenten Loops basierende Kompositionstextur“, erklärte der österreichische Komponist bei der Uraufführung seines Werks. Diese fand vor einigen Jahren im Schlosstheater Schwetzingen im Rahmen der dortigen Festspiele statt, die im Großen und Ganzen der zeitgenössischen Musik gewidmet sind.

Michael Sturminger hat das Libretto verfasst. Damals wurde die Anordnung von Bühne und Parkett einfach umgedreht. Obwohl diese Idee nicht zwingend prolongiert werden müsste, ist es erstaunlich, dass das Werk von Bernhard Lang (geb. 1957) noch nie in Österreich gelandet ist. Die Bregenzer Festspiele machen sich für die Oper stark und holen sich mit Alexandra Liedtke eine Regisseurin, die bereits am Zürcher Schauspielhaus, am Wiener Burgtheater und im Theater in der Josefstadt arbeitete, wo sie unter anderem Schnitzlers „Liebelei“ inszenierte. Neben dem „Rigoletto“ auf dem See, „Don Quichotte“ im Festspielhaus, „Eugen Onegin“ im Theater am Kornmarkt, wo wiederum junge Sängerinnen und Sänger zum Einsatz kommen, hängt die Oper „Der Reigen“ aber nicht in der Luft, die Musicbanda Franui hat sich ebenfalls mit Schnitzlers Sexszenen befasst. Das Ergebnis gibt es im Festspielhaus mit gelesenen Texten von Sven-Eric Bechtolf und Regina Fritsch.

Zwei Kaliber

Eine Musik-Text-Kombination besonderer Art steht am Beginn einer hoffentlich längeren Freundschaft. Nachdem das Deutsche Theater Berlin bereits vor Jahren einmal Schauspielpartner der Bregenzer Festspiele war, ist es umso erfreulicher, eine neue Produktion der renommierten Bühne in Österreich zu haben. Als ob sie es geplant hätten, passt „Don Quijote“ als Ergänzung zur Oper „Don Quichotte“ ins Konzept. Der junge deutsche Autor Jakob Nolte hat aus dem Roman von Miguel de Cervantes geschöpft und die Essenz derart für die Bühne adaptiert, dass man mit zwei Schauspielern das Auslangen findet. Es müssen allerdings Kaliber sein. Keine Frage, in der Inszenierung von Jan Bosse agieren Ulrich Matthes und Wolfram Koch.

Abgesehen vom Erfolg ihrer Produktion möchte man auch aufgrund des hohen Wertes der musikgeschichtlichen Aufarbeitung von Nikolaus Habjan und Paulus Hochgatter mit dem Schauspiel „Böhm“, das im Vorjahr gezeigt wurde, auf die beiden Künstler in Bregenz nicht verzichten. Muss man nicht, Habjan kommt wieder und hat eine kurze Szene für seine Narrenpuppe dabei. Christa Dietrich

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