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Von der Kapelle zur heutigen Kirche

Kenntnisreich führte Prof. Gerhard Winkler durch die Pfarr-und Wallfahrtskirche in Haselstauden
Kenntnisreich führte Prof. Gerhard Winkler durch die Pfarr-und Wallfahrtskirche in Haselstauden ©Bernhard Tost
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche in Haselstauden birgt so manchen Schatz.
Pfarr-und Wallfahrtskirche Haselstauden

Dornbirn. (bet) Auf eine lange und bewegte Geschichte kann die Pfarrkirche „Maria Heimsuchung“ in Haselstauden zurückblicken, stand doch schon vor 1650 eine kleine Kapelle am Eingang zum Bregenzerwald.

Die „Alte Kapelle“

„Der Grund für die Bedeutung dieses Ortes liegt darin, dass von hier aus Saumwege aus dem Rheintal über die Lose in den Bregenzerwald führten. Der Ort war als Stapelplatz und Ausgangspunkt für den Warenverkehr sehr wichtig. Das erklärt auch die etlichen Gasthäuser im Dorfkern, aber auch den Standort der „Alten Kapelle“. Hier konnten die Säumer an Sonn- und Feiertagen in der Kapelle eine Frühmesse besuchen und um Schutz und Segen für die gefährliche sowie beschwerliche Frächterarbeit beten. Vielleicht war der Platz schon damals ein besonderer Gnadenort und führte später zur Entstehung der Wallfahrt“, wie Prof. Gerhard Winkler den interessierten Zuhörern erläutert.

Der Neubau

Für die Kapelle wurde das Patrozinium „Maria Heimsuchung“ gewählt. „Es erinnert an den Gang Marias ins Gebirge zu ihrer Base Elisabeth und drückt genau jene Situation der Säumer und Frächter aus. Wegen Platzmangels wurde 1650 die Kapelle durch den Stifter und Wirt Kaspar Feurstein vergrößert und erhielt 1681einen eigenen Seelsorger. Da im 18. Jh. die Kapelle abermals zu klein war, wurde der berühmte Barockbaumeister Johann Michael Beer aus Bildstein beauftragt, eine neue Kirche zu planen. Uneinigkeiten brachten Verzögerungen und erst 1792 -1793 erfolgte der Neubau durch den Dornbirner Baumeister Sigmund Hilbe am heutigen Standort“, wie Prof. Gerhard Winkler darlegt.

Künstlerische Gestaltung

Die Kirche präsentiert sich als klassizistischer Langhausbau mit steilem geknicktem Satteldach und Rundbogenfenstern. Engelbert Luger malte 1896 – 1898 in den Stichkappen die vier Evangelisten, die Kirche im Meer, „Licht“ und die Arche Noah, in den Zwickeln eine personifizierte Darstellung der sechs Sakramente. Das siebente Sakrament wird durch den Tabernakelschrein symbolisiert. „Die Himmelfahrt Christi“ ist das Thema in der Mitte des Langhauses. Über der Orgel – eine Kostprobe dieses wundervollen Instrumentes gab Oswald Wagner zum Besten – ist die Darstellung von Maria Heimsuchung (Keller 1828). Die Glasgemälde zeigen links die Hl. Theresia von Avila und rechts das Herz Jesu. Die Glasmalerei im Chor mit Maria Verkündigung und Maria Heimsuchung sind qualitativ bedeutende Arbeiten des Glasmalers Ludwig Mittermeier. Der Hochaltar besitzt einen barocken Aufbau mit sechs Säulen. Der Marienaltar wurde oft verändert und besitzt heute das berühmte Bild „Unserer lieben Frau von der immerwährenden Hilfe“, welches von den Redemptoristen 1892 aufgestellt wurde.

Schreckliche Zeiten

„In den Jahren 1938 – 1945 durchlebte die Kirche direkte oder indirekte Eingriffe in kirchliche Bereiche durch den Staat“, wie Kirchenrat Peter Alge anhand von Fotos und Filmmaterial belegt.

Stark im Glauben

Wohl eines der schönsten Ereignisse fand sich im Dachboden der Kirche: Die Engel-Ausstellung des akademischen Malers Prof. Gerhard Winkler. Die besondere Herstellungsform der Hinterglasmalerei rief bei den Besuchern Erstaunen und Bewunderung hervor und rückte den wertvollen religiösen Aspekt unserer Kultur in den Vordergrund.

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