Vom Narrenvirus infiziert

Altprinz und Arzt Rudi Brugger wurde ein seltener Preis überreicht: der „Goldene Schnorrapfohl“.

Als Rudi Brugger nach einem Ärztekongress in den USA in Zürich aus dem Flugzeug stieg, ahnte er noch nicht, was auf ihn zukommen würde: Die Bregenzer Altprinzen hatten ihn als neuen Faschingsprinzen auserkoren. Das war 1997. Eine turbulente fünfte Jahreszeit stand vor dem Bregenzer, der nun als „Ore XLI, Rudolf I., Freiherr von Aesculap, stolzer Ahnherr unbezwingbarer Söhne, Ritter vom lachenden Herzen“ bekannt wurde. „Es gab ja auch keine Möglichkeit, abzulehnen“, meint der Altprinz schmunzelnd. Bereut hat er es allerdings nie. Denn vom Faschingsvirus wurde der Mediziner 1997 erst so richtig infiziert. Ein Gefolge war rasch gefunden, ebenso ein Motto: „Dass alles weiß werden würde, war schnell klar. Das ist ja die passende Farbe für einen Arzt“, erzählt Brugger. Also wurden die Kostüme der Eisprinzessinnen und -prinzen winterlich gestaltet. Nach dem Fasching sollte Prinz Ore XLI eigentlich begraben werden. Doch darauf hatte er samt Gefolge keine Lust. Also wurde er ausnahmsweise nur „eingefroren“. „Wir dachten uns: Das kann es doch nicht gewesen sein.“ Deshalb machten sie einfach weiter. Als „Gefolge 97“ ist die Gruppe bis heute aktiv. „Natürlich jedes Jahr mit einem neuen Motto“, ist für Brugger selbstverständlich. Auch der „97er-Ball“, der heute stattfindet, ist schon zur jährlichen Tradition geworden. Auch unterm Jahr trifft sich die Truppe: Alle paar Wochen findet ein Stammtisch statt, und gemeinsame Reisen, etwa im Vorjahr nach Berlin, stehen ebenfalls auf dem Programm. „Und der nächste Fasching muss ja auch wieder vorbereitet werden. Der Fasching fängt an, wenn der Fasching vorbei ist“, sagt Brugger und lacht. Das tut er oft.

„Goldener Schnorrapfohl“

Für seine Verdienste, vor allem um den Bregenzer Kinderfasching, wurde ihm vorgestern, am „Gumpiga Donnerstag“, eine besondere Ehre zuteil: Überraschend wurde ihm der „Goldene Schnorra­pfohl“ überreicht. Quasi die höchste Auszeichnung für einen Altprinzen. „In den letzten 56 Jahren wurde er nur sechs Mal verliehen“, ist er sichtlich stolz darauf. „Das ist auch ein Dank an das Gefolge, das immer noch aktiver Bestandteil des Bregenzer Faschings ist.“ Doch nicht nur mit dem Fasching hat Brugger derzeit alle Hände voll zu tun. Auch in der eigenen Praxis gibt es Arbeit. Denn der junge Arzt Hannes Feurstein zieht gerade in seine Praxis im Vorkloster ein. „Das war schon immer ein Traum von mir: eine Praxis, die von Montag früh bis Freitagabend geöffnet ist und einfach die optimale Versorgung für die Patienten bietet.“ Ab Anfang Mai teilt er sich mit Feurstein Räumlichkeiten und Öffnungszeiten. Zwar behalten die Patienten den jeweiligen Hausarzt, der andere kann jedoch im Notfall einspringen.

(VN)

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