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Vom Museum aus die Natur erkunden

"Münzstein" Armin Pramstaller
"Münzstein" Armin Pramstaller ©Stadtmuseum Dornbirn
Zur Ausstellung „Versteckte Strukturen“ im Stadtmuseum gibt es ein Begleitprogramm.
Spuren in der Natur

Dornbirn. Warum heißt ein Stein Münzstein? Auf diese Frage sucht mitunter eine Antwort, wer die aktuelle Sonderausstellung im Stadtmuseum besucht. Eine der ausgestellten Radierungen des Dornbirner Künstlers Armin Pramstaller (1938-2002) ist nämlich mit der Bezeichnung „Münzstein“ beschrieben.

Atessa Sonntag, die Kuratorin der Ausstellung, möchte den ausgestellten Werken einen Gegenwartsbezug verleihen. „Pramstallers Schaffen ist gekennzeichnet durch eine Technik und eine Thematik – Radierung und Landschaft“, so die Mitarbeiterin des Stadtmuseums. Sie hat Gestein in die Ausstellung gebracht um aufzuzeigen, welches Material und welche Strukturen als Grundlagen für seine Arbeit dienten. „Und dann“, empfiehlt Atessa Sonntag, „kann man außerdem die Landschaft, in der viele Arbeiten entstanden sind, selbst vor Ort erkunden. Gesagt, getan.

Obwohl der 9. Juni offiziell sein letzter Arbeitstag als Direktor des Stadtmuseums war, gab es am Tag danach eine Führung mit Hanno Platzgummer. „Der Breite Berg war für Armin Pramstaller ein wichtiger Arbeits- und Aufenthaltsort“, so Platzgummer. Und mit der Aussage „Ich weiß nicht, wann ich zum ersten Mal dorthin ging – manchmal glaube ich, ich war immer schon dort“, wird der Künstler zitiert. Die Natur mit ihren Grundmustern und Veränderungen darzustellen, war für Pramstaller zugleich Ausdrucks- und Kommunikationsmittel.

Im Haslach, mit Blick auf den Breiten Berg angekommen, erklärte Platzgummer, was es mit den Nummuliten, im Volksmund Münzsteinen, auf sich hat. Es sind Versteinerungen von Einzellern, die vor 60-80 Millionen Jahren hier im damals flachen Meer vorkamen. Die kreisrunde Gestalt der Gehäuse hat der Art zu ihrem Namen verholfen – von lateinisch nummulus „kleines Geldstück“. „Die Geologie hat den Künstler fasziniert“, so Platzgummer, der die kleine Gästerunde, unter ihnen auch seine Nachfolgerin, Petra Zudrell, weiter zum nahegelegenen Steinbruch führte. Auf offensichtliche Strukturen, aber auch versteckte, wies Platzgummer vor Ort hin. Die Spuren Pramstallers wurden dabei sozusagen zum Leben erweckt.

 

Die Sonderausstellung im Stadtmuseum „Versteckte Strukturen“ ist noch bis 17. September geöffnet. DI-SO 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr

Weitere Informationen unter: www.stadtmuseum.dornbirn.at

Hinweis auf die nächste Begleitveranstaltung:

Samstag, 8. Juli 14 Uhr, Blickwarte, Allgäustraße 100, 6912 Hörbranz

„Einmal Radierer – immer Radierer.“ Armin Pramstaller

Der bekannte Künstler und Schüler Pramstallers, Hans Sturn, wird in einer

Druckvorführung in seinem Atelier diese für Pramstaller so wichtige Technik genauer

erläutern.

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