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Vom Grund des Bodensees gerettet

Es ist die beste Nachricht der Woche: Zwei Besatzungsmitglieder des ÖBB-Bodenseeschiffes „MS Austria“ haben vor der Insel Mainau einem 55-jährigen Mann in einer selbstlosen Aktion das Leben gerettet.

Der Bregenzer Willi Slappnig ist Kassier auf der „MS Austria“, Klaus Nachbauer aus Koblach ist der Steuermann. Sie haben gerade am Schiffssteg der Insel Mainau festgemacht, als ein 55-jähriger Mann von der Uferpromenade aus ins Wasser stürzt und untergeht.

Epileptischer Anfall

  Panik. Menschen am Ufer schreien laut, doch keiner hilft dem Mann. „Er hat einen epileptischen Anfall erlitten und ist deshalb über eine Kette am Ufer ins Wasser gestürzt“, sagt Wolfgang Maier von der Wasserschutzpolizei.

Willi Slappnig springt vom Steg ins Wasser, versucht zu dem Mann zu tauchen. Der 55-jährige Deutsche liegt bereits am Grund, der Bodensee ist an dieser Stelle vier Meter tief. „Ich habe ihn nicht erwischt“, schildert der 37-jährige Bregenzer.

Als er auch noch mit dem Kopf gegen den Steg knallt und Wasser schluckt, muss er aufgeben. „Ich kann nicht mehr, spring Du“, ruft er dem Steuermann Klaus Nachbauer zu. Der schlüpft aus seinen Schuhen, springt mit einem dert Willi Slappnig. Durch den epileptischen Anfall konnte der Mann nicht mehr atmen, verschluckte somit auch kein Wasser. Gut eine Minute war der Deutsche am Grund des Bodensees.

Mittlerweile befindet sich der Verunglückte außer Lebensgefahr, ist auf dem Weg der Besserung. „Das war ein toller Einsatz der beiden. Wir wissen, wie schwierig es ist, eine Person aus vier Metern Tiefe zu bergen – Respekt“, sagt Wasserschutzpolizist Wolfgang Maier anerkennend.

„Köpfler“ ins Wasser. Der 40-jährige Hobbytaucher erreicht den regungslosen Mann in vier Metern Tiefe. „Ich konnte ihn an den Schultern fassen, dann habe ich mich vom Boden abgestoßen, bin mit ihm aufgetaucht“, sagt Klaus Nachbauer.

Sanfte „Watschen“

Alle helfen mit. Ein Matrose setzt eine Leiter, um den Mann an Bord holen zu können. „Er ist ganz blau angelaufen im Gesicht – aber mit einer sanften ,WatschenÑ haben wir ihn ins Leben zurückgeholt“.

Schwierig war, ihn nach dem Auftauchen an der Wasseroberfläche zu halten.

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