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Vom Ein-Mann-Betrieb zum Marktführer

Das Vorarlberger Wirtschaftsforum war gestern zum fünften Mal Schauplatz für eine ganz besondere Auszeichnung.
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Die Industriellenvereinigung Vorarlberg, die Wirtschaftskammer Vorarlberg und die Vorarlberger Nachrichten haben den „Ehrenpreis der Vorarlberger Wirtschaft für das unternehmerische Lebenswerk“ an den Gründer des Wolfurter Unternehmens Georg Meusburger GmbH, Georg Meusburger, überreicht.

Gespür eines Pioniers

VN-Chefredakteur Gerold Riedmann erläuterte in seiner Laudatio auf den aus dem Bregenzerwald stammenden und in Dornbirn lebenden Unternehmer die Intention des vor fünf Jahren erstmals vergebenen Preises. „Wenigen Menschen in der Wirtschaft gelingt es, in ihrer Schaffens­phase ein Unternehmen, wie es die Georg Meusburger GmbH ist, nicht nur zu führen, sondern entscheidend weiterzuentwickeln. Mit Mut, Engagement, Fleiß und Gespür können Unternehmen wachsen, die Arbeitsplätze und Wohlstand sichern. Solche Ausnahmepersönlichkeiten machen Mut, sie sind interessant und man kann von ihnen lernen.“

Bei den Kriterien für diesen Preis wird auf den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg, die vorbildliche Unternehmenskultur, die Treue zum Standort Vorarlberg und die Einzigartigkeit des Lebenswerks der geehrten Person Bedacht genommen. Die Wahl fiel heuer auf Georg Meusburger. Sein Lebenswerk ist beeindruckend, „sein unternehmerisches Geschick und Gespür für die richtigen Entscheidungen und die damit verbundene Umsetzungskraft schufen die Grundlage für ein Unternehmen, das heute weltweit über 1600 Mitarbeiter beschäftigt“, zählte Riedmann einige Eckdaten aus dem Leben Meusburgers auf, bevor die Werkstattbühne zum Kino wurde. Marion Flatz vom ORF Vorarlberg hat zur Verleihung des Lebenswerkpreises ein filmisches Porträt des Geehrten produziert, in dem Wegbegleiter zu Wort kommen und der Porträtierte auch in historischen Aufnahmen zu sehen ist.

Richtige Entscheidung

Von den rund 600 Teilnehmern des Wirtschaftsforums wurde die Auszeichnung für Georg Meusburger heftig beklatscht. Im launigen Interview in Wälder Mundart mit Moderatorin Angelika Böhler erzählte der Kosmopolit, der in den USA und Kanada nach seiner Meisterprüfung in 16 Unternehmen, u. a. bei General Motors, den „American Way of Work“ kennengelernt hat, über seine Einstellung zur Arbeit, entscheidende Momente im Berufsleben und schwierige Situationen, etwa die Entscheidung, sich auf Formnormalien zu konzentrieren, die schlussendlich die richtige Entscheidung für den Erfolg und das Wachstum des Unternehmens war.

Georg Meusburger hat von Anfang an auf einige Parameter großen Wert gelegt hat und diesen erfolgreichen Pfad nie verlassen. So ließ sich der heute 82-Jährige niemals in die Abhängigkeit von einzelnen Kunden bringen. „Unser Ziel war es immer, breit gestreut zu sein“ – heute werden 20.000 Kunden weltweit betreut. Zudem hat er immer über den Tellerrand, will heißen: über die Landesgrenzen geschaut. Heute ist der Familienbetrieb weltweit tätig, ist im Haus selbst international aufgestellt und ist für die Kunden in 21 Sprachen ansprechbar. Georg Meusburger gründete sein Unternehmen 1964 als Ein-Mann-Betrieb. Sein Vater, Landwirt in Schwarzenberg, bürgte damals mit seinen Kühen für den Junior. Der Schlosser- und Maschinenbaubetrieb spezialisierte sich: „1970 habe ich umgestellt auf das eigentliche Produkt, was wir heute machen, also standardisierte Formaufbauten. Ich habe damals aber ziemlich Lehrgeld bezahlt, weil der Formenbau kein Geld mehr abgeworfen hat.“ Mit den standardisierten Formaufbauten kam der Erfolg. Seither wächst das Unternehmen kontinuierlich. Die in Wolfurt und Lingenau hergestellten Produkte werden im Formen- bzw. Stanzwerkzeugbau als Grundlage für Produktionswerkzeuge verwendet.

Fokus auf Unternehmenskultur

Meusburger, 1936 geboren, hat mit 16 Jahren die Lehre zum Schlosser begonnen und anschließend die HTL Bregenz besucht. 1956 machte er die Meisterprüfung, Mit 20 Jahren war er einer der jüngsten Meister seines Faches im Land. Auf die duale Ausbildung schwört er bis heute. Schon früh hat er auf die Ausbildung des eigenen Fachkräfte-Nachwuchses gesetzt.

Dafür wurde er mit dem renommierten Hans-Huber-Preis ausgezeichnet. Auch auf die Weiterbildung der Mitarbeiter legt das Unternehmen, das inzwischen eine Reihe weiterer Firmen in der Gruppe vereint, größten Wert. Ebenso auf das Betriebsklima. Die Auszeichnung „Arbeitgeber des Jahres“ ist Lohn dieser Bemühungen. Der Gründer, der die Führung der Firma 2007 in die Hände von Sohn Guntram legte, ist nach wie vor in den Fabrikshallen in Wolfurt anzutreffen, allerdings, und das ist für ihn ein kleiner Wermutstropfen, kennt er nicht mehr alle Mitarbeiter mit Namen: „Früher hat man noch jeden Einzelnen gekannt, das wird jetzt leider schwieriger.“

ZUR PERSON
GEORG MEUSBURGER
GEBOREN geboren 31. Juli 1936 als Sohn eines Schwarzenberger Landwirtes
AUSBILDUNG Lehre zum Schlosser, anschließend Schüler der HTL Bregenz 1956: Meisterprüfung zum Schlosser – mit 20 Jahren einer der jüngsten Schlossermeister im Land
LAUFBAHN Auslandsaufenthalt als Werkzeugmacher in den USA 1964: Gründung der Firma Meusburger Werkzeugbau
FAMILIE verheiratet, drei Kinder: Beate, Carmen und Guntram
Unternehmen: Georg Meusburger GmbH, 1680 Mitarbeiter, Umsatz: 291 Millionen Euro

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