AA

Voll auf Draht mit 80 Jahren

Bregenz - 928 Personen pro Stunde je Richtung. Die rüstige Dame "Pfänderbahn" erbringt seit 80 Jahren stete Hochleistung. Im Jubiläumsjahr 2007 wird bereits der 30millionste Gast erwartet.

„Ich beglückwünsche die Stadt Bregenz und erkläre die Bahn für eröffnet.“ Mit diesen Worten übergab Bundespräsident Dr. Michael Hainisch unter dem strahlenden Himmel des 20. März 1927 die Pfänderbahn dem Verkehr.

Die Pfänderbahn ist ein topmodernes und komfortables Beförderungsmittel, das außer der Trasse und Teilen des Gebäudes der Talstation (Architekt Willibald Braun) kaum mehr etwas gemein hat mit der ersten Bahn aus dem Jahr 1927. Die komplette Technik der Bahn wurde 1994/95 erneuert. Zwei geräumige Glaskabinen fassen je 80 Personen und geben einen Rundumblick frei. Eine Fahrt berg- oder talwärts dauert nur noch 6 Minuten. Die vier Stützen wurden durch zwei (54 und 16m hoch) ersetzt. In knapp 7 ½ Monaten konnte nach umfangreichen Überprüfungen und mehrwöchigen Tests der Fahrbetrieb aufgenommen werden. Ein großer Anfangsmoment am Ende einer bewegten Geschichte:

Nach zahlreichen Vorprojekten ab dem Jahr 1889 wie einer Zahnradbahn mit Dampf, einer elektrischen Trambahn, einer Seilzugbahn mit Wasserübergewichten und einer elektrischen Zahnradbahn wurde letztendlich das 1911 vorgelegte Projekt einer Drahtseilschwebebahn von Bregenz auf den Pfänder für realisierbar und rentabel befunden. Der erste Weltkrieg verzögerte den Baubeginn jedoch bis ins Jahr 1926. Eine bewegte Geschichte nahm Ihren Lauf: 180.673 bezahlte Fahrten im ersten Jahr übertrafen gleich zu Beginn alle Erwartungen. Im Jahr 1932 konnte bereits der 1millionste Fahrgast begrüßt werden. Doch die erschwerten Einreisebedingungen für deutsche Besucher und die allgemein schlechte wirtschaftlich Lage verursachten einen starken Frequenzrückgang. Die Grenzsperre im Jahr 1933 ließ die Pfänderbahn erstmals in die roten Zahlen rutschen. Im Jahr 1935 holte man die skibegeisterte heimische Jugend auf den Pfänder im dem die Schlauchabfahrt über die Alpe Kälbelen direkt in die Stadt ausgebaut wurde. Im Jahr 1936 führte die Aufhebung der Tausendmarksperre zu einem kontinuierlichen Anstieg der Besucher und die Frequenzen konnten deutlich verbessert werden. Es mag verwunderlich klingen, aber die Kriegsjahre waren bis zu diesem Zeitpunkt die best frequentiertesten. Die im Jahr 1946 erstmalig veranstalteten Bregenzer Festwochen wirkten sich positiv auf das Fahrgeschäft der Pfänderbahn aus. In den Folgejahren wurden das Tragseil ersetzt, der Skilift am Dohlehang installiert, eine Personenwaage in der Talstation eingebaut, der Sessellift Hintermoos (heutiger Maldonaschlepplift) in Betrieb genommen. Im Jahr 1959 wurde die komplette Betriebsanlage umgebaut.

Die große Bedeutung des Sommerangebots am Pfänder wurde von den Betreibern zeitig erkannt und ständig weiterentwickelt. Schon früh bot man die bis heute bestehende Kombination von Schiff- und Seilbahnfahrt an. Anlässlich des 50jährigen Bestehens richtete man am Pfänder den Alpenwildpark ein. Im Jahr 1989 fanden die ersten Greifvogel-Flugschauen vor herrlichstem Bodenseepanorama in der Adlerwarte statt. Noch heute sind dies Magneten für Besucher aus Nah und Fern. Attraktive Anziehungspunkte, die mit der Bahn als Aufstiegshilfe leicht zu erreichen sind. Die Faszination des Schwebens ist von jedem selbst zu entdecken.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Voll auf Draht mit 80 Jahren
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen