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Volkshilfe fordert weitere Schritte bei Pflegereform

Volkshilfe mahnt Reformen im Pflegebereich ein
Volkshilfe mahnt Reformen im Pflegebereich ein ©APA/dpa
Die Volkshilfe fordert anlässlich der anstehenden Verhandlungen zum Finanzausgleich weitere Maßnahmen im Pflegebereich. "Die Pflegereform darf nicht einschlafen", mahnte Volkshilfe-Präsident Ewald Sacher bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. "Herausragendes Thema" sei der Personalmangel. Um diesem entgegenzuwirken, brauche es unter anderem eine Attraktivierung der Ausbildung, eine dauerhafte Gehaltserhöhung sowie Maßnahmen für qualifizierte Zuwanderung.

"Es müssen die Weichen gestellt werden, um die Pflegereform fortzusetzen", sagte Sacher. Alleine in der Volkshilfe, die rund 5.500 Personen in der Pflege und Betreuung beschäftige, fehlten aktuell 370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Die Tendenz ist leider steigend", so Sacher. Der prognostizierte Mehrbedarf von rund 90.000 Pflegekräften bis zum Jahr 2030 sei "eine enorme Zahl, die man nicht allein aus der österreichischen Bevölkerung abdecken kann", sagte er. "Wir müssen auch über die Grenzen hinausschauen, um Mitarbeiter zu finden."

Um den Zuzug von Pflegekräften zu erleichtern, sollte etwa die Gültigkeit der Rot-Weiß-Rot-Karte Plus auf vier Jahre verlängert werden. Außerdem müssten die Verfahren zur Berufsanerkennung für Interessierte aus Drittstaaten vereinfacht werden und Asylwerber die Zeit für Ausbildungen für Pflege- und Betreuungsberufe nutzen können. Befristete Aufenthaltstitel sollten es ihnen ermöglichen, die in Österreich erworbene Ausbildung auch hier anzuwenden.

"Betroffen" gemacht habe ihn die Blockade Österreichs beim Schengenbeitritt von Rumänien und Bulgarien. Gerade aus Rumänien komme viel Pflegepersonal nach Österreich. "Durch die Nichtanerkennung verlieren sie nicht nur Zeit beim Grenzübertritt, es ist auch eine Form der Missachtung dieser Menschen", sagte Sacher.

Um die Attraktivität der Pflege- und Betreuungsberufe zu verbessern, brauche es unter anderem mehr Anerkennung, bessere Bezahlung sowie die Finanzierung der Ausbildung, fasste Sacher einige der Forderungen der Volkshilfe zusammen.

So müsse die im Vorjahr für zwei Jahre beschlossene Gehaltserhöhung für Pflege- und Betreuungsberufe dauerhaft verankert werden und für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichermaßen gelten, führte Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger aus. Den Zuschuss zur Ausbildung in Pflege- und Betreuungsberufen in Höhe von 600 Euro pro Monat begrüßte er, dies sei aber noch nicht genug. Wenn man Umsteigerinnen und Umsteiger gewinnen wolle, wäre eine Bezahlung für die Ausbildung ähnlich wie bei Polizeischülern - rund 1.800 Euro brutto - "sicher der beste Weg", sagte Fenninger. Die Ausbildungsplätze in den anderen Bundesländern müssten wie in Wien ausgebaut werden. Menschen in Pflege- und Betreuungsberufen sollten außerdem Zugang zur Schwerarbeitspension erhalten.

Um den Pflegenotstand langfristig zu lösen, müsse mehr Steuergeld in die Pflege investiert werden, forderte Fenninger. "Die Finanzausgleichsverhandlungen sind der Hebel, den Bund wie Länder nutzen müssen, um weiterzukommen", betonte er. Ziele für den Ausbau von teilstationären Einrichtungen oder Qualitätskriterien seien beispielsweise Maßnahmen, die der Bund mit den Ländern vereinbaren könnte.

(APA)

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