Volksfest zur Pipeline-Eröffnung

Pünktlich zu Pfingsten erfolgte die Eröffnung mit einem großen Fest.

BREGENZ. (fst) „Zu Pfingsten“, so hatte der Bregenzer Baudirektor Bernhard Fink beim Spatenstich versprochen, „ist der neue Abschnitt der Pipeline fertig“. Und wenn der Bregenzer Baudirektor etwas verspricht, so kann man darauf „bauen“ – pünktlich am Freitag vor den Pfingstfeiertagen konnten weitere 260 Meter vom Holzsteg bis zum Schanzgraben eröffnet werden – und das bei Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen.

Nach Bregenz geeilt

Das brachte den Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart im doppelten Sinne des Wortes zum Schwitzen, denn als Vizepräsident des Österreichischen Städtebunds war seine Anwesenheit beim 64. Städtetag in Graz vom 4. bis 6. Juni natürlich Pflicht – und auf die Eröffnung der Pipeline wollte er klarer Weise auch nicht verzichten. Und so teilten sich denn die Bregenzer Städtebundteilnehmer bei der Heimreise in zwei Gruppen: Die ganz schnellen, die in der Rekordzeit von fünfeinhalb Stunden die Strecke von Graz nach Bregenz bewältigten – mit Stadtrat Michael Rauth am Steuer – und in die gemütlichere „Fraktion“ – angeführt von Stadtamtsdirektor Arnulf Eberle mit Abteilungsleiterin Ale­xandra Kargl hinterm Lenkrad – die es gerade erst bis Wels geschafft hatten, als Michael Rauth bereits die Stadtgrenze von Bregenz passierte. Folglich wurde Hofrat Eberle von seinem designierten Nachfolger Klaus Feurstein bei der Eröffnung vertreten.

Pipeline seit 50 Jahren

Zur Begrüßung unterhielt das Orchester der Musikschule Bregenz mit Melodien aus „Carmen“, der Chor der Musikvolksschule Bregenz-Stadt leitete zur Ansprache von Bürgermeister Markus Linhart über, der mit einem Rückblick auf die Geschichte der Pipeline daran erinnerte, dass vor einem halben Jahrhundert die Bahn das Ufer bildete. Vor genau 50 Jahren, 1964, begann der Bau der Pipeline, die Öl von Genua nach Ingoldstadt beförderte. Sie wurde 1966 in Betrieb genommen. 1998 floss zum letzten Mal das „schwarze Gold“ in Richtung Norden, dann hätte die CEL (Central European Line) das Ufer laut Vertrag wieder in den Ursprungszustand zurückversetzen müssen. Das lag natürlich weder im Interesse der CEL (das wäre sehr teuer gekommen), noch im Interesse der Stadt, welche die Uferpromenade verloren hätte. Also einigte man sich darauf, dass die Stadt die Pipeline übernehmen sollte – Eigentümer der Grundfläche war damals übrigens die ÖBB.

Von ÖBB abgekauft

Da die ÖBB den Uferstreifen entlang der Pipeline aber nicht mehr benötigte, da ein zweigleisiger Ausbau zwischen Bregenz und Lochau/Hörbranz auch in den langfristigsten Planungen nicht aufscheint, beschloss die Bregenzer Stadtvertretung im Dezember 2007 der ÖBB die Flächen im Ausmaß von 12.800 Quadratmeter um knapp 307.000 Euro abzukaufen. „Bei der Pipeline handelt es sich um ein Bregenzer Juwel. Hier Grundeigentümer zu sein, gibt uns die Sicherheit, dass sowohl die Qualität des Uferstreifens als auch die öffentliche Zugänglichkeit und Nutzungsmöglichkeit erhalten bleiben“, meinte damals Bürgermeister Linhart – wie Recht er damit behalten sollte, beweisen die bisher fertiggestellten Abschnitte der Pipeline, die ein echtes Paradies geworden sind.

Zu Worte kamen auch die Bregenzer Baustadträtin Ingrid Hopfner und – in Vertretung (mit Verspätung) des Landeshauptmannes – Landesrat Erich Schwärzler. Bescheiden – wie immer – im Hintergrund hielten sich die eigentlichen „Helden“ des neuen Uferabschnitts, Baudirektor Bernhard Fink und Bauleiter Stefan Carotta, deren Planung und Koordinierung es zu verdanken ist, dass die Arbeiten planmäßig und unfallfrei über die Bühne gehen konnten. Ebenfalls bescheiden im Hintergrund der Lochauer Bgm. Xaver Sinz und der Kennelbacher Alt-Bgm. Reinhard Hagspiel; unter den vielen Prominenten, die der Eröffnung beiwohnten, auch Elisabeth Gehrer (Bundesministerin a.D.), Prof. Albert Skala und viele Bregenzer, die den traumhaft schönen Nachmittag am Seeufer verbrachten und die zahlreichen Angebote, von Slackline über Stand- up-Paddle-Boards bis hin zu Rundfahrten mit dem Polizeiboot oder dem Feuerwehrboot nutzten und sich bei den Wasserballern und beim Schwimmclub mit Wurst, Bier und Limo stärkten.

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