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Vogelgrippe - Klarheit über Hühnerhof in Vorarlberg am Montag

Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, müssen Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden.
Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, müssen Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. ©APA
Klarheit im zweiten Verdachtsfall auf Vogelgrippe des Typs H5N8 auf einem Hühnerhof in Möggers (Bezirk Bregenz) wird es voraussichtlich am Montag geben. Nach einem positiven Ergebnis am Donnerstag hatten die am Freitag gezogenen Proben kein eindeutiges Ergebnis gezeigt.
Warten auf Vogelgrippe-Ergebnis
Stallpflicht in Kraft getreten
Harder Betrieb betroffen

Auch am Sonntag wurden 80 Hühner beprobt. Die Schutz- und Überwachungszonen blieben vorerst in Vorarlberg aufrecht.

Keulung aufgeschoben

Von 80 Tieren in Möggers wurden am Sonntag erneut Proben gezogen, sagte Landesveterinär Norbert Greber auf APA-Nachfrage. Sie sollen noch heute, Sonntag, nach Mödling an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) geschickt werden. Auch am Samstag waren nach Bekanntwerden der Zweifel auf dem Hühnerzuchtbetrieb an der deutschen Grenze Proben entnommen worden. Die Sperre des Geflügelhofes blieb zumindest bis zur endgültigen Klärung aufrecht. In Möggers war man davon ausgegangen, dass rund 4.000 Tiere getötet und seuchensicher entsorgt werden müssen. Die Keulung der Hühner wurde nun vorerst aufgeschoben.

Harder Betrieb zog bereits Konsequenzen

In einem biozertifizierten Putenzuchtbetrieb in Hard (Bezirk Bregenz) wurde am Freitag bei mehreren Tieren die für Vögel gefährliche Vogelgrippe vom Typ H5N8 nachgewiesen. Als Konsequenz daraus wurde der Betrieb komplett gesperrt, die 1.100 Tiere wurden am Samstag tierschutzgerecht unter Einsatz eines Spezialtransporters aus der Schweiz gekeult, teilte das Land Vorarlberg am Samstagnachmittag in einer Aussendung mit. Zur Überwachung der Desinfektion des Fahrzeuges vor der Abfahrt war auch der Kantonsveterinär aus St. Gallen anwesend. Die Tierkadaver wurden anschließend zur Entsorgung nach Bazenheid in St. Gallen gebracht.

Schutzzone und Sicherheitsvorkehrungen

Um beide Geflügelfarmen wurde am Freitag eine Schutzzone von drei Kilometern und eine Überwachungszone im Radius von zehn Kilometern eingerichtet. Da der zweite Zuchtbetrieb direkt an der Grenze zu Bayern liegt, wurden beide Zonen auch auf deutsches Staatsgebiet ausgedehnt. Trotz der Zweifel im Fall Möggers bleiben beide Zonen vorerst aufrecht.

In beiden Schutzzonen muss Geflügel seit Freitag in Ställen untergebracht werden, beim Eintreten in den Stall sind Schuhe zu desinfizieren bzw. zu wechseln, getränkt werden darf auf keinen Fall mit Oberflächenwasser, und es darf kein im Freien gelagertes Futter verabreicht werden, hieß es. Außerdem müssten Auffälligkeiten sofort gemeldet werden. In der Schutzzone werden zudem binnen einer Woche alle gewerblichen Betriebe von einem Amtstierarzt aufgesucht, der die Tiere untersuche und gegebenenfalls Proben entnehme. “Das wichtigste ist nun, ein Ausbreiten des hoch pathogenen H5N8-Virus in Vorarlberg zu verhindern”, gab sich Agrarlandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) am Freitag bei einer kurzfristig einberaumten Pressekonferenz in Bregenz kämpferisch. In diesem Zusammenhang appellierte er am Wochenende wiederholt auch an private Geflügelhalter, die Stallpflicht ihres Geflügels in ihrem eigenen Interesse “unbedingt” einzuhalten.

Agressives Virus breitet sich schnell aus

Die Inkubationszeit des Virus beträgt laut Veterinärmedizinern nur wenige Tage, weil das H5N8-Virus für Vögel extrem aggressiv sei. Das derzeit kalte Wetter sei ein Vorteil, meinte der Agrarlandesrat.

Für den Menschen ist das H5N8-Virus ebenso ungefährlich wie für Säugetiere. “Das Virus H5N8 wird seit Jahren von Virologen beobachtet. Bisher ist aber noch nie – nicht einmal bei Personen, die engen Kontakt zu infizierten Tieren hatten – eine Ansteckung nachgewiesen worden”, erklärte am Freitag der Vorarlberger Sanitätsdirektor Wolfgang Grabher. Auch der Geflügelverzehr sei völlig unbedenklich, ergänzte Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP).

Jetzt auch in Deutschland

Die Vogelgrippe breitet sich nun auch in Deutschland aus. Nach dem Nachweis der Geflügelpest werden im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein die Hühner einer Massentierhaltung getötet. In dem Zuchtbetrieb für Bruteier in Grumby bei Schleswig mit 30.000 Tieren hatte das nationale Referenzlabor zuvor die hochansteckende H5N8-Variante nachgewiesen.

Der Betrieb ist in Deutschland die erste Massentierhaltung, die von der aktuellen Vogelgrippe-Epidemie betroffen ist.

(APA)

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