VN-Leserreise zum CERN faszinierte

Begeisterte VN CERN Besucher: Josef Schweiger, Manuela Lins, Werner Frick und  Josef Frick
Begeisterte VN CERN Besucher: Josef Schweiger, Manuela Lins, Werner Frick und Josef Frick ©Helmut Köck
Rundgang im CERN

Ein Besuch in der Forschungsstätte CERN und im Genfer Autosalon faszinierte 40 VN LeserInnen.

Im gemütlichen Nachbauer Komfortbus ging es von Vorarlberg über Zürich – Bern – Lausanne und entlang des Genfersees nach Genf zum CERN. Der Tag begann schon ganz gut. Die Teilnehmerinnen aus ganz Vorarlberg bekamen eine VN-Kappe und wurden mit frischen Nusskipferln und Kaffee verwöhnt. Das Studium der VN-Freitagsausgabe durfte nicht fehlen und nach gut vier Stunden war Meyrin, ein Ortsteil von Genf, wo der CERN stationiert ist, erreicht.

WWW entstand hier

Die hochinteressante Führung begann mit einem Film und theoretischen Erläuterungen von dem pensionierten Physiker Klaus Bätzner, der mit seinem fulminanten Wissen die wesentlichen Eckpunkte der physikalischen Grundlagenforschung und der Projekte der Teilchenbeschleuniger LHC, CMS, ATLAS und ALICE erklärte. Schon sehr bald rauchte auch dem besten Technikfreak der Kopf über die Informationsflut, aber Klaus Bätzner verstand es immer wieder, auch anschaulich die komplizierte Materie zu vermitteln.

Man untersucht hier unter anderem die Entstehung des Weltalls (4% davon sind inzwischen bekannt), es wird die Entstehung des Lebens, der Natur untersucht und man versucht die kleinsten Bestandteile von Atomen zu erforschen und deren Verhalten zu verstehen. Hauptbedingung für CERN war und ist es, sämtliche Forschungsergebnisse jedermann frei zugänglich zu machen. Als entscheidenstes Hauptinstrument wurde am CERN im Jahre 1989 von Tim Berners-Lee das WWW (WorldWideWeb) erfunden. Heute steht die Entwicklung der neuen Netzwerk-Technologie “Grid” im Vordergrund. Damit werden zehntausende Computer weltweit zu einem gigantischen globalen IT-System zusammengeschlossen.

3400 Mitarbeiter im CERN

Derzeit sind am CERN 20 Mitgliedstaaten beteiligt, einige weitere haben Beobachterstatus. Mit seinen über 3400 Mitarbeitern ist das CERN das weltgrößte Forschungszentrum auf dem Gebiet der Teilchenphysik. Über 10.000 Gastwissenschaftler aus 85 Nationen arbeiten an CERN Experimenten. Am CERN wird vielfältige physikalische Grundlagenforschung betrieben – bekannt ist es vor allem für seine großen Teilchenbeschleuniger. Das Jahresbudget des CERN belief sich 2008 auf ca. 1,1 Milliarden CHF (694 Millionen Euro).

LHC – geballter Energie

Nach der Theorie ging es dann so richtig “zur Sache” und der Rundgang in den Labors begann. Im gesamten Komplex sind die verschiedenen Teilchenbeschleunigeranlagen zu finden. Der große Ring LHC (Large Hadron Collider) befindet sich 100m unter der Erd-oberfläche, hat einen Umfang von ca. 27 km und befindet sich größtenteils auf französischem Gebiet. Dieser weltweit größte Teilchenbeschleuniger soll ein tieferes Verständnis unseres Universums erlauben und kann Energie auf kleinem Raum konzentrieren. Diese Maschine, kann zwei gegenläufige Teilchenstrahlen auf mehr als 99,9% der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen. In den Zusammenstößen der Protonen entstehen neue Teilchen, die von den Physikern erforscht werden. Es werden auch “Teilchen” (genauer Neutrinos) von CERN quer durch die Alpen im Boden nach Gran Sasso in Italien “geschossen” um dort eine eventuelle Veränderung zu messen. Dies ist eine Strecke von ca. 730 km.

Wer die Bücher (speziell Illuminati) von Dan Brown gelesen hat wird hier sicher enttäuscht. Spätestens beim Rundgang werden einem einige der im Buch erschaffenen Vorstellungen und Hoffnungen geraubt. Eine Stellungnahme zum Roman Illuminati gibt es von offizieller CERN-Stelle und diese ist auch im Web nachzulesen.

Österreich beteiligt.

Auch der weiterer Guide, Klaus Freudenreich begeisterte die Teilnehmer bei der fast 4 stündiger Führung, war er doch selbst 30 Jahre federführend beim CMS
(Compact Muon Solenoid) als Forscher beschäftigt. Dieser riesige Detektor lieferte nun sensationelle Ergebnisse. Hundert oder mehr elektrisch geladene Teilchen konnten gleichzeitig produziert werden, es wurden Verknüpfungen zwischen gewissen Teilchenbahnen gefunden, wie sie bei Protonen-Kollisionen noch nie gesehen wurden. An der Konstruktion waren auch österreichische Forscher maßgeblich beteiligt und weckten daher weltweites Interesse der Kern- und Teilchenphysiker. Solche Kollisionen, allerdings bei viel höheren Energien als bisher machbar, sind am Ende dieses Jahres auch am LHC geplant.

Autosalon Genf

Im Kongresshotel Best Western in Archamps gab es ein gemütliches Abendessen und die Mitreisenden diskutierten bis spät in die Nacht die Erlebnisse am CERN. Am zweiten Tag stand der Besuch des Automobilsalons von Genf auf dem Programm. Grün ist Trumpf – so lautet das diesjährige Motto. Die Besucher fanden umweltfreundliche Zukunftstechnologien in geballter Form vor. “Mich faszinierte, dass soviel über neue und zukunftsträchtige Elektromobile präsentiert wurde und auch heuer noch dem Konsumenten zur Verfügung stehen werden”, so der 24-jährige Martin Aberer aus Hohenems. Ein Schlendern durch die Ausstellungshallen war am Nachmittag dann leider etwas getrübt. Es waren so viele Besucher gekommen, dass ein Fortkommen nur noch zäh vonstatten ging. Insgesamt war es für die Beteiligten eine faszinierende Leserreise, die noch langer in Erinnerung bleiben wird.

Umfrage
“Warum haben sie bei der VN-Leserreise mitgemacht ?

Josef Frick, 65, Feldkirch

Mein Bruder hat ich motiviert und ich wollte immer schon immer mehr über CERN erfahren. Es war einfach sensationell , wie die pensionierten Physiker ihr Wissen uns vermittelt haben und ich nun selbst mehr darüber erfahren möchte.

Gabriele Fuhrmann, 35, Bregenz

Mich interessierten im CERN besonders die technischen Anklagen und die Physik. Nachdem ich in der Automobil Branche arbeite, wollte ich wissen, welche Innovationen der Mitbewerb in Kürze auf den Markt bringen wird.

Martin Aberer, 24, Hohenems

In erster Linie bin ich wegen der Autos mitgefahren und ich war über die Green-Cars begeistert. Aber auch die Führung im CERN war faszinierend und ich hat
mir neue Erkenntnisse der Grundlagenforschung aufgezeigt.

Hermann Ammann, 69, Göfis

Wichtig war für mich, die große Forschungseinrichtung CERN einmal kennenzulernen und zu erfahren, wie die Forschungsergebnisse auch umgesetzt werden können. Der Autosalon war dann noch der “Drüberstreuer”.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Feldkirch
  • VN-Leserreise zum CERN faszinierte
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen