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VN-Interview mit Stadtrat Walter Schönbeck

Stdr. Walter Schönbeck: Sozialstandarts und Wirtschaftsstandort Dornbirn auf hohem Niveau halten.
Stdr. Walter Schönbeck: Sozialstandarts und Wirtschaftsstandort Dornbirn auf hohem Niveau halten. ©Bernhard Tost

Dornbirn. Seit sechzehn Jahren – mit kurzer Unterbrechung – ist Walter Schönbeck im Dornbirner Stadtparlament vertreten.

Im VN-Heimat Interview nimmt er Stellung zur wirtschaftlichen Situation der Stadt.

Wie bewerten Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Dornbirn?
Walter Schönbeck: Im Vergleich zu den Nachbargemeinden geht es Dornbirn verhältnismäßig gut. Es herrscht teilweise sogar ein Fachkräftemangel. Die weitsichtige, aktive Wirtschaftspolitik die schon unter Bürgermeister Rudi Sohm verfolgt wurde, hat wesentlichen Anteil daran, dass die Stadt die Krise gut gemeistert hat. Diese erfolgreiche Politik darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wirtschaft eine ständige Baustelle ist, die sowohl die Unternehmen als auch die öffentliche Hand kontinuierlich fordert. Mir liegen die Optimierung der Rahmenbedingungen sowie die Förderung der Klein- und Mittelbetriebe besonders am Herzen.

Über welche Stärken verfügt die Stadt?
Walter Schönbeck: Wir haben insbesondere hochspezialisierte kleine Unternehmen und bemühen uns auch weiterhin um Betriebe, die unsere Industriekultur diversifizieren, uns weniger anfällig machen für zyklische Schocks und für unser Land mit der Ansiedlung von wichtigem Know How verbunden sind. Es gibt einen Partei übergreifenden Konsens, der wohl einmalig ist. Mit ihrer ausgezeichneten Arbeit haben die städtischen Beamten wesentlichen Anteil am Erfolg.

Auch in Dornbirn sind die Geldmittel begrenzt. Wo soll – wo kann gespart werden?
Walter Schönbeck: Im Bereich der Kunst könnten Mittel reduziert, gedeckelt oder eingespart werden.

Gibt es Bereiche, die man von Einsparungen unbedingt ausnehmen sollte?
Walter Schönbeck: Familie, Bildung, Infrastruktur, Innovation sind wichtige Zukunftsfelder, die wir auf jeden Fall ausnehmen müssen. Bestimmte Vorhaben können eventuell auch durch Umschichtung finanziert werden.

Wie steht es um die Standortsicherung?
Walter Schönbeck: Der Standort Dornbirn verfügt über eine ganze Reihe von Vorzügen; unsere zentrale Lage, die Bildungs- und Ausbildungschancen und nicht zuletzt die hohen Sozialstandarts. 2010 hat die Stadt ein Investitionsvolumen von 36 Millionen Euro bereitgestellt, die größtenteils in die heimischen Klein- und Mittelbetriebe geflossen sind und somit Wertschöpfung und Arbeitsplätze sicherten. Außerdem werden durch die aktive Betriebsansiedlungspolitik Grundstücke bereitgestellt und Jungunternehmer bestens betreut. Die Anbindung der Betriebsgebiete an die Autobahn sowie die Entlastung der verkehrsgeplagten Bevölkerung ist allerdings dringend geboten.

Die Messe war lange Zeit Gradmesser der heimischen Industrie. Heute hat sie eher Volksfestcharakter. Sehen Sie hier Verbesserungsmöglichkeiten?
Walter Schönbeck: Fachmessen, wie von einigen Leuten gefordert kosten viel Geld. Sind Industrie und Wirtschaftskammer bereit die Finanzierung solcher Messen zu übernehmen, ist das in Ordnung. Eine Erhöhung der Subventionen durch die Stadt Dornbirn oder eine höhere Verschuldung der Messe durch solche Aktionen kommt für mich nicht in Frage! Denn am Schluss muss wieder der Steuerzahler die Suppe auslöffeln. Auch halte ich den Vergleich mit Friedrichshafen für unpassend. Schon die Infrastruktur mit dem Flughafen, dem großen Einzugsgebiet aus Baden-Württemberg und Bayern (über 3 Mio) machen Friedrichshafen zu einem internationalen Messetreffpunkt. Dagegen sieht Dornbirn mit einem Einzugsgebiet von 300.000 und Besucherzahlen von ca. 90.000 eher besheiden aus. Verschiedene Sondermessen könnten zusammengelegt werden. Gloria beispielsweise mit der Frühjahresmesse.

Was war für Sie in der Vergangenheit das schwerste Dossier?
Walter Schönbeck: Die Wahlniederlage von 2005. Das war ein tiefer Einschnitt. Eine leidvolle Erfahrung von den Wählern dermaßen abgestraft zu werden, trotz des hohen Einsatzes für die Dornbirner Bürger.

Welche wirtschaftspolitischen Projekte liegen Ihnen besonders am Herzen?
Walter Schönbeck: Als Stadtrat für Hochbau ist es mir besonders wichtig, bestehende Projekte rasch voranzubringen. Die Gebäude funktionsfähig und möglichst lange Zeit (Generationen übergreifend) zu erhalten. Altes pflegen – Neues gestalten. Die Klein- und Mittelbetriebe fördern.

Vielen Dank für das Gepräch.

Kontakt zu Stadtrat Walter Schönbeck: Tel: 05572/25604 E-Mail: walter@schoenbeck.at

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