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"VN"-Gespräch mit Prof. Dr. Fuhrmann

Er ist 78 und kein bisschen leise. Im Gegenteil. Wenn es um das Thema Bildung geht, kann Professor Dr. Manfred Fuhrmann ganz schön laut werden.

Besonders in Zeiten wie diesen, in denen Tradition immer mehr zu Lasten “abstrakter Kompetenzen” geht. Die Schulabgänger fit machen für den Arbeitsmarkt: das ist es, was heute gefordert wird. Dass es nicht mehr wichtig sein soll, den Unterschied zwischen Amsel und Meise oder Weizen und Hafer zu kennen, hält Manfred Fuhrmann
schlichtweg für “haarsträubend”. Für den ehemaligen Hochschulprofessor aus Konstanz müsste es viel mehr selbstverständlich sein, sich in dem historischen Raum zu orientieren, in dem man lebt.

“Als Mensch möchte man doch gerne wissen, was so um einen herum los ist”, glaubt Fuhrmann. Das beziehe sich auf die Natur ebenso wie auf die Geschichte, die Sprachen, die Kunst und die Literatur, die Moral, die Religion und die Philosophie.


Aus der Vergangenheit

Aus diesen Komponenten hat sich die Bildung laut Fuhrmann immer
zusammengesetzt. “Sie berücksichtigen alles, was Wissenswert ist”, stellt er fest. Und ergänzt: “Elektrische Leitungen legen oder Mauern errichten können gehört nicht zur allgemeinen Bildung, aber sie liefert die Basis für den Erwerb lebenspraktischer Fähigkeiten.”
Zur Bildung zähle, was die Menschen verbindet. Besonders im Zeitalter der Völkerwanderung. “Früher”, philosophiert Manfred Fuhrmann, “war die Religion das wichtigste Bindeglied. Heute müssen wir sehen,
dass wir uns durch unsere Geschichte, Sprache und Literatur noch
Integrationsmedien erhalten.”

Um seine These zu untermauern beschwört Fuhrmann gerne die Vergangenheit. “Das römische Reich ist zugrunde gegangen, weil die Integration nicht mehr funktioniert hat”, doziert er leidenschaftlich. Und drängt ebenso vehement darauf sich “klar zu machen, dass wir unsere Freiheit und Liberalität zerstören, wenn wir
nicht darauf achten, dass alle, die in einem Land leben, ein Minimum an kultureller Gemeinschaft haben”.


Gefährliche Unwissenheit

Schon aus humanitären Gründen sei es die Pflicht eines jeden Staates, Ausländern die Möglichkeit zu verschaffen, Geschichte und Sprache zu lernen. Denn: “Nichts ist auf Dauer so gefährlich wie die Unwissenheit vieler Menschen”, warnt Manfred Fuhrmann, der auf Einladung der Grünen Bildungswerkstatt und des Theater Kosmos über “Kompetenzen, Qualifikationen und Ähnliches” referierte. Abgesehen davon brauche es Geschichtsverständnis, um nicht ständig Klischees aufzusitzen.

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