VKI Apfelsaft-Test: „Hergestellt in Österreich“ ist keine Herkunftsgarantie

Zehn Produkte im Test erhielten eine "sehr gute" Bewertung.
Zehn Produkte im Test erhielten eine "sehr gute" Bewertung. ©VdF
Pro Kopf konsumieren Österreicher jedes Jahr rund 7 Liter Apfelsaft. Auslobungen wie "Hergestellt in Österreich" oder rot-weiß-roten Fahnen sind jedoch keine Garantie dafür, dass die verwendeten Äpfel tatsächlich aus Österreich stammen.

Im Supermarkt kann aus einem Spektrum zwischen klar und naturtrüb, Direktsaft und Konzentrat gewählt werden. Für einen aktuellen Test, den der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Kooperation mit AMA Marketing durchgeführt hat, wurden 20 Apfelsäfte untersucht und bewertet. Die Ergebnissse fielen weitestgehend positiv aus. Zehn Produkte erhielten eine “sehr gute” Bewertung.

Konkret wurden die Zusammensetzung, die Herkunft, das Vorhandensein von Schwermetallen, Pflanzenschutzmitteln und Schimmelpilzgiften überprüft. Weiter wurde ein direkter Geschmacksvergleich durchgeführt. „Bei allen getesteten Apfelsäften gibt es derzeit weder bei Schwermetallen noch Pflanzenschutzmitteln oder Schimmelpilzgiften ein Problem“, betont VKI-Geschäftsführer Franz Floss. „Allerdings stammen bei vielen Produkten die Äpfel nicht aus Österreich, auch wenn es die Auslobung in manchen Fällen nahelege”, fügt Floss hinzu.

Rot-weiß-rote Fahne ist keine Herkunftsbezeichnung

Zehn Safterzeuger geben an, ausschließlich Äpfel aus Österreicht verarbeitet zu haben. Bei vier Produkten sei die Herkunft auf der Verpackung zu erkennen, das sie das AMA-Gütesiegel beziehungsweise das AMA-Biosiegel tragen. Die meisten Säfte mit österreichischen Herkunft sind laut Testergebnissen Direktsäfte. Bei Säften aus Konzentrat würde das Obst dagegen deutlich häufiger aus dem Auslang importiert. Dabei werden insbesondere Polen und Ungarn häufig als Herkunftsländer genannt.

Zwei Säfte lassen aufgrund von Auslobungen wie „Hergestellt in Österreich“ oder rot-weiß-roten Fahnen darauf schließen, dass die Äpfel ausschließlich aus Österreich stammen. Das sei jedoch nicht der Fall. Diese Säfte würden lediglich in Österreich rückverdünnt und abgefüllt. VKI-Geschäftsführer Floss gibt sich darüber überrascht: “Gerade hierzulande, wo es eine starke Produktion gibt, würde man annehmen, dass vorrangig heimische Äpfel verwendet werden.”

Auch bei Apfelsaft gelte daher, dass Bilder mit heimatlicher Idylle und rot-weiß-roten Fahnen noch lange nichts über die tatsächliche Herkunft des Produktes aussagen.
(Red.)

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