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Vision Rheintal: Lernen aus funktionierenden Siedlungsverdichtungen

Bregenz - Zu den zentralen Anliegen von Vision Rheintal gehören die Themen Siedlungsentwicklung und die Stärkung des öffentlichen Verkehrs. Die Entwicklung von Bahnhofsarealen ist durch die optimale Erreichbarkeit von besonderem Interesse.

Vision Rheintal lud am vergangenen Freitag zur Exkursion in die Stadt Chur und den Kanton Zug ein. Dort finden sich gelungene Beispiele von Bahnhofsverdichtungen. Die Stärkung des öffentlichen Verkehrs und die sinnvolle Siedlungsentwicklung innerhalb der bestehenden Siedlungsgrenzen wurde von den 29 Gemeinden des Rheintals bei der 8. Rheintalkonferenz im Jänner 2009 beschlossen. Im Besonderen sollen bei der Verdichtung Bahnhofsareale betrachtet werden.

Auf Grund des großen Interesses lud Vision Rheintal deshalb zum zweiten Mal Raum- und Verkehrsplaner, Politiker und Interessierte zur Besichtigung in der Schweiz ein. 35 Interessierte besuchten am vergangenen Freitag den Bahnhof der Stadt Chur und besichtigten drei Projekte im Kanton Zug. Projektleiter Martin Assmann: „Die Beispiele in der Stadt Chur und im Kanton Zug bieten uns die Chance vor Ort erprobte Dinge zu studieren. Die Projekte zu analysieren und auf ihre Anwendbarkeit in Vorarlberg zu prüfen, ist Ziel dieser Exkursion.”

Bahnhofsarealen wurde in der Vergangenheit bei der Siedlungsentwicklung oft zu wenig Augenmerk geschenkt. Entsprechend groß ist das Potenzial rund um die Knotenpunkte des öffentlichen Verkehrs. Das bestätigen Peter Göldi, Stadtarchitekt der Stadt Chur und Stefan Bürgler, Verkehrsplaner im Kanton Zug, für die Schweiz. Ähnliches gilt für die Bahnhöfe und Haltestellen im Rheintal.

Bahnhofsentwicklung wirkt ins Zentrum

20.000 Personen steigen am Bahnhof Chur täglich ein, aus oder um. Die kurzen Wege zwischen Bahn und Bus, ausreichend Stellflächen für Fahrräder, Kiss-and-Ride-Zonen und Freiräume für Fußgänger machen den Bahnhof sehr attraktiv. „Im Umfeld wurden eine Schule, ein Hotel, Geschäfts- und Büroflächen sowie Wohnungen angesiedelt. Die Belebung des Bahnhofsgebiets ist enorm”, sagt Göldi.

„Bei der Planung ist es wichtig den Bahnhof nicht isoliert zu betrachten”, sagt Projektleiter Matthias Werlin, der auch Berater von Vision Rheintal ist. „Nur so kann sich im Umfeld etwas entwickeln.” Die größte Herausforderung bei derartigen Projekten ist die Langfristigkeit. Da braucht es einerseits klare Rahmenbedingungen, andererseits aber auch eine hohe Flexibilität, um auf veränderte Gegebenheiten reagieren zu können.

Viele gelungene Projekte und Impulse gab es auch im Kanton Zug. Die Bahnhofsentwicklung in der Stadt Zug sowie die Quartiershaltestellen in Baar und Schutzengel zeigen, dass ein bedarfsorientiertes Angebot und entsprechende Services von den Nutzern gut angenommen werden. „Wir können davon ausgehen, dass das Nutzerverhalten in Vorarlberg ganz ähnlich ist. Es ist deshalb auch bei uns von einem großen Potenzial auszugehen” sagt Projektleiter Martin Assmann von Vision Rheintal.

Langfristige Entwicklung

Mehrere Städte und Gemeinden im Rheintal sind bereits mit der Planung und Umsetzung der Siedlungsentwicklung von Bahnhofsgebieten befasst. Langfristige Entwicklungsstrategien sollen ermutigen und die Bemühungen unterstützen. Vor allem hoch frequentierte Einrichtungen wie Schulen, Geschäfte oder Hotels, aber auch Wohnungen machen im Umfeld von Bahnhöfen und öffentlichen Verkehrsknoten Sinn, da sie mit Bus und Bahn gut erreichbar sind.

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