Vignetten-Ergebnisse überraschen

Schwarzach - 129.000 verkaufte Vignetten in den ersten drei Monaten, eine Verkehrsverringerung an allen Verkehrsknoten mit Ausnahme von Hohenems: Die erste Zwischenbilanz der Korridorvignette fällt positiv aus.

Und das, obwohl die Vorbehalte gegenüber dem vielfach als wirkungslos gescholtenen Projektes groß waren. Während man in Bregenz der Entlastungswirkung mit Skepsis entgegen blickte, befürchteten vor allem die Stau geplagten Lustenauer eine nochmalige Verkehrszunahme. Die Auswertung der ersten Daten der automatischen Zählstationen zeichnet hingegen ein anderes Bild. Konkret werden alle vignettenpflichten Fahrzeuge gezählt – und den Ergebnissen des Vergleichszeitraumes des Vorjahres gegenübergestellt.

Rückgang in Lustenau

An der Messstelle Bregenz Klause konnte so eine Verkehrsverringerung von 4,5 Prozent festgestellt werden – während im gleichen Zeitraum der Pfändertunnel eine Zunahme von 4,4 Prozent verzeichnet. Das entspricht einer Entlastung für die Landeshauptstadt von rund 940 Fahrzeugen pro Tag. Auch die vor allem von Lustenauer Seite artikulierten Befürchtungen traten nicht ein. Im Gegenteil: Sogar die Marktgemeinde verzeichnet Verkehrsrückgänge. Mit einem Minus von 0,3 Prozent an der L 203 und einem Minus von 3,8 Prozent an der L 204 beim Grenzübergang zur Schweiz werten die Messstationen ein positves Ergebnis für Lustenau aus.

Bewertung im März

Christian Rankl, Projektleiter der Begleitstudie zur Korridorvignette erklärt im „VN“-Gespräch, dass es sich dabei um isolierte Zahlen handle – ein „aussagekräftiges Resümee“ könne man erst ziehen, wenn mit Ende März alle Elemente der ersten Phase der Begleitstudie ausgewertet sind. „Derzeit kann man jedoch bereits sagen, dass die Einführung der Korridorvignette zu moderaten Entlastungen von Bregenz bis nach Höchst geführt hat, während es zu keinen größeren Mehrbelastungen in anderen Gemeinden gekommen ist“, präzisiert Rankl. Auch Verkehrslandesrat Karlheinz Rüdisser (ÖVP) zeigt sich zufrieden. „Es ist sehr erfreulich, dass die Befürchtungen von Verkehrs-Mehrbelastungen nicht eingetreten sind.“ Fraglich sei derzeit noch, ob die Korridorvignette zu Verlagerungen geführt habe. Konkret, wie viel weniger 10-Tages– und 3-Monats-Vignetten die Asfinag dadurch verkauft habe. Für eine Bewertung will Rüdisser deshalb die Ergebnisse der Begleitstudie abwarten.

„Zunahme spürbar“

Unterschiedlich wird die Korridorvignette indes in den betroffenen Gemeinden bewertet. „Jedes Auto, das nicht durch Bregenz fährt, ist ein Erfolg“, betont der Bürgermeister von Bregenz, Markus Linhart (ÖVP). Vor diesem Hintergrund sei die Korridorvignette positiv zu sehen – auch, weil sie beweisen würde, dass Bregenz „tatsächlich ein Prob­lem mit Vignettenflüchtlingen hat“. Aber: „Wirklich spürbar ist der Rückgang nicht“, sagt er. Schlechtreden wolle er das Projekt trotzdem nicht. „Es ist das erste Mal, dass etwas in diese Richtung für Bregenz gemacht wurde“, betont Linhart. Anders Hans-Dieter Grabher (FPÖ), Bürgermeister von Lustenau: „Gefühlsmäßig ist eine Verkehrszunahme spürbar.“ In den Ferienzeiten kam es laut Grabher zu längeren Stauzeiten. Aber: „Unsere schlimmsten Befürchtungen sind nicht eingetreten.“

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