AA

Vierer-Team will Böhi-Neustart

Lustenau - Vor einer Woche musste die Traditions-Stickerei Böhi in Lustenau Konkurs beim Landesgericht Feldkirch beantragen. Nunmehr zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer für eine zumindest verkleinerte Fortführung des Unternehmens ab. Böhi stellte Konkursantrag | Auer sichert Mitarbeitern Unterstützung zu | Video: Böhi meldet Konkurs an  | Böhi Chef Streitler im Interview 

Wie die langjährige Finanzreferentin der Firma, die Ende 2007 pensionierte und nach wie vor mit der Lohnverrechnung betraute Margareta Formanek, am Sonntag bestätigte, erarbeitete ein Quartett langjähriger führender Böhi-Leute ein Fortführungs- bzw. Neustartkonzept, das nur noch der Zustimmung von Masseverwalter Dr. Gerhard Müller bedürfte. „Die vier – Christian Widerin (Produktionsleiter am Böhi-Standort Braz), Christian Hagen (Verkauf in Lustenau), Jürgen Alge (Produktionsdisponent/Fergger) und Guntram Bösch (Verkauf in Lustenau) – haben Müller ein konkretes Angebot unterbreitet. Sie bräuchten zur redimensionierten Fortführung die Betriebs- und Geschäftsausstattung, die alten Muster und aktuellen Kollektionen und natürlich die Kunden, an die noch Aufträge auszuliefern sind. Es gibt, nicht zuletzt dank Entgegenkommen und Flexibilität der Dornbirner Sparkasse, auch ein Finanzierungskonzept“, präzisierte die langjährige Böhi-Insiderin auf unsere Anfrage. Auch die unternehmerische Zielsetzung, so Formanek, die den Prozess quasi als Mentorin begleitet, wurde in den letzten Tagen ausformuliert. Die Träger des Management Buy Out wollen die Hälfte des Jahresumsatzes von 2007 erwirtschaften, und zwar mit einem Drittel der bisherigen Belegschaft, was 21 Personen gleichkäme (verteilt auf die Standorte Lustenau und Braz). Wie die 22 Jahre in Böhi-Diensten gestandene Formanek erläuterte, möchte die neue Böhi-Führung Verkauf, Vertrieb, Design etc. in Lustenau konzentrieren, in Braz die Produktion. Dort besteht freilich noch Abklärungs- bzw. Verhandlungsbedarf: „Die Stickmaschinen dort gehören teilweise noch einer Leasing-Firma, weil sie von der bisherigen Fa. Böhi noch nicht endfinanziert sind.

Der Leasing-Partner will am Montag Bescheid geben, ob man sich arrangieren kann.“ Diesen Montag Bescheid geben will übrigens auch der Masseverwalter, und zwar im Rahmen einer Betriebsversammlung. Formanek hält nämlich für „wahrscheinlich“, dass es außer besagtem Fortführungsangebot noch ein weiteres eines Konkurrenzunternehmens gibt.

Und warum sollte sich Dr. Müller für das ihre entscheiden? Formanek: „Mehr Kontinuität als bei unserem Modell ist mit keinem anderen erzielbar, ich denke da an die Kunden ebenso wie an die Mitarbeiter und Lieferanten. Und auch mit Walter und Harald Streitler, denen die Böhi-Immobilie gehört und mit denen wir uns hinsichtlich Miete oder Mietkauf verständigen müssten, sind diesbezügliche Gespräche schon ein gutes Stück weit gediehen.“

Wer die 21 „Glücklichen“ sind, die im Fall der Masseverwalter-Zustimmung zum skizzierten Modell auch künftig für Böhi tätig wären, ist für die vier Übernehmer und für Formanek zwar klar, damit konkret konfrontiert wurden jene aber noch nicht. Wer darf sich demnach Chancen ausrechnen? Formanek: „Diejenigen, die auch bei vorangegangenen Böhi-Krisen den ,guten Böhi-Geist’ verkörperten und die Firma zu neuen Erfolgen zogen. Die wären mit an Bord.“

 

 

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Lustenau
  • Vierer-Team will Böhi-Neustart
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen