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Vier Tote und Verletzte bei Anschlag im Südosten der Türkei

Eine Autpbombe tötete mehrere Menschen im Südosten der Türkei.
Eine Autpbombe tötete mehrere Menschen im Südosten der Türkei. ©AP/Themenbild
Einen Tag nach dem Attentat auf Polizisten in Istanbul sind bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeiwache im kurdisch geprägten Südosten der Türkei vier Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden. Der halbamtlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge starben am Mittwoch zwei Polizisten, darunter eine schwangere Frau, sowie zwei Zivilisten.


Regierungschef Binali Yildirim machte die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für den Anschlag verantwortlich. Der Anschlag richtete sich gegen eine Polizeiwache in der Stadt Midyat nahe der syrischen Grenze. Auf Fernsehbildern waren Krankenwagen zu sehen, die zum Anschlagsort rasten. Eine schwarze Rauchwolke stieg über der zerstörten Polizeiwache auf. Durch die Wucht der Explosion wurden die Fenster umliegender Häuser zerstört. Die private Nachrichtenagentur Dogan meldete, ein Auto mit einer halben Tonne Sprengstoff sei auf die Polizeiwache zugesteuert. Es sei explodiert, als Polizisten versuchten, es durch Schüsse zu stoppen.

Yildirim nahm am Mittwoch zusammen mit dem ehemaligen Staatschef Abdullah Gül und Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu von der Republikanischen Volkspartei (CHP) an einer Trauerfeier für die Polizisten teil, die am Vortag bei einem Anschlag in Istanbul getötet worden waren. Auch für dieses Attentat machte er – ebenso wie Staatschef Recep Tayyip Erdogan – militante Kurden verantwortlich. Hinter der Tat stecke die “Killer-PKK” sagte er und fügte hinzu: “Wir werden sie sowohl in den Städten als auch auf dem Land entschlossen bekämpfen.”

Anhänger der Regierung beschimpften Kilicdaroglu als “Killer” und zerstörten den von ihm abgelegten Kranz für die getöteten Polizisten. Sie warfen ihm vor, Vorbehalte gegenüber Erdogans Kurdenpolitik zu haben. Der Oppositionsführer sprach später von “Provokateuren”. Die Polizei habe einen aus der Gruppe, der ihn mit einer Patronenhülse beworfen habe, festgenommen.

Die Explosion einer ferngezündeten Autobombe am Dienstag hatte in Istanbul einen Bus mit Bereitschaftspolizisten zerrissen. Außer sechs Polizisten wurden fünf Zivilisten getötet, 36 weitere Menschen erlitten Verletzungen. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Zu den Attentaten von Dienstag und Mittwoch bekannte sich zunächst niemand.

Die türkische Armee geht im Südosten des Landes seit einem Jahr mit großer Härte gegen mutmaßliche PKK-Kämpfer und ihre Unterstützer vor. Die PKK attackiert ihrerseits türkische Sicherheitskräfte.

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