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Vier Monate auf der Flucht

Wo steckt der verurteilte 20-fach vorbestrafte Vergewaltiger Ralf Linder? Diese Frage stellen sich Polizei und Justiz seit nunmehr vier Monaten.

Linder hatte sich Mitte Jänner dem Haftantritt entzogen, er war wegen mehrfacher brutaler Vergewaltigung seiner damaligen Lebensgefährtinnen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, kam aber nach einem Beschluss des Richtersenats nicht in Untersuchungshaft, sondern blieb wegen angeblich fehlender Haftgründe wie Flucht- und Wiederholungsgefahr auf freiem Fuß. Die Fahndung mit internationalem Haftbefehl begann erst 50 Tage nach Linders Flucht – die „VN“ berichteten ausführlich.

Keine Spur

Seit Mitte Jänner ist der 33-jährige Bregenzer untergetaucht, die Polizei hat keine Spur von dem Flüchtigen. Gericht und Polizei hofften anfangs noch, den Verbrecher „binnen weniger Tage“ dingfest machen zu können. Ein Irrtum, wie sich spätestens jetzt herausstellt.

Täter in Vorarlberg?

Doch Linder scheint mehr Hilfe und finanzielle Ressourcen zu haben als angenommen. „Die Dauer der Flucht ist in der Tat außergewöhnlich, normalerweise reichen die finanziellen Mittel eines solchen Täters nicht für eine lange Zeit aus“, so Sicherheitsdirektor Elmar Marent.

Der zuletzt als Metzger tätige Linder bekommt offenbar Unterstützung. Ob von der Familie oder Freunden, kann die Polizei nicht sagen. „Linder könnte sich derzeit auch in Vorarlberg aufhalten, ohne dass wir das wissen. Wir haben keine Anknüpfungspunkte, um den Mann verhaften zu können“, schildert Marent die Probleme bei der Fahndung. Um einen Zielfahnder auf den Flüchtigen anzusetzen, reicht laut Marent die „Größenordnung des Falles“ nicht aus, auch eine fortwährende Handyortung gestalte sich schwierig.

Übliche Anlaufpunkte Linders werden nur sporadisch im Lauf des normalen Streifendienstes von der Polizei überprüft. Die Polizei kann nur darauf warten, bis der Vergewaltiger die Nerven oder die finanziellen Mittel verliert und in die Fahndungs-Falle tappt.

„Ich bin mir sicher, dass das nicht mehr lange dauert“, ist Marent vorsichtig optimistisch.

Wir haben zu wenig Anknüpfungspunkte, um den Mann verhaften zu können.

ELMAR MARENT SICHERHEITSDIREKTOR Statt seit Monaten seine Strafe zu verbüßen, ist Linder nach wie vor auf der Flucht.

Die „VN“ berichteten mehrmals über Pannen bei der Fahndung nach dem Flüchtigen.

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