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Vier Frauen - eine große Operndiva

Spalanzani (Hubert Köb) und seine Puppe Olympia (Vera Schoenenberg).
Spalanzani (Hubert Köb) und seine Puppe Olympia (Vera Schoenenberg). ©Opernverein Vaduz

Der Opernverein Vaduz präsentiert derzeit die Oper “Hoffmanns Erzählungen” von Offenbach.

Vaduz. “Hoffmanns Erzählungen”, die einzige Oper des deutsch-französischen Operettenmeisters Jacques Offenbach (1819-1880), die ein Jahr nach seinem Tod, 1881, in Paris uraufgeführt wurde, zählt wegen der Vielschichtigkeit der Handlung und der Personen zu den schwierigsten, aber auch psychologisch interessantesten Werken der Opernliteratur. Es stellt den deutschen Dichter und Komponisten E. T. A. Hoffmann (1776-1822) in den Mittelpunkt, der in einem Alkohol-Delirium seinen Kumpanen von drei unglücklichen Phantasie-Amouren mit der Puppe Olympia, der Sängerin Antonia, der Kurtisane Giulietta und der realen Stella berichtet. Die Geschichten erzählt Hoffmann in einer Rahmenhandlung in Luthers Weinkeller.

Martin Biedermann

Martin Biedermann, der künstlerische Leiter, Dirigent und Regisseur der neuen Produktion des von ihm 1997 gegründeten Opernvereins Vaduz, hat mit seinem reifen Chor und Orchester, dem eindrucksvoll realistischen Bühnenbild samt Gondel von Caspari/Huber und den opulenten Kostümen von Gisela Corrinth ein glanzvolles, optisch-musikalisches Ambiente für die scharf charakterisierte Großzahl der Protagonisten geschaffen. Ladies first ist aktuell gewiss berechtigt, und zwar überstrahlt wohl allein durch ihre viermalige Bühnenpräsenz in jeweils einer anderen Rolle die berühmte deutsche Sopranistin Vera Schoenenberg das insgesamt auch exzellente Ensemble.
Vor allem als tapsige Puppe Olympia mit dem Gold ihrer Koloraturen in der Kehle bietet die Operndiva ein singuläres Kabinettstück. Der mexikanische Tenor Joel Montero singt und spielt sehr beeindruckend den unglücklichen Hoffmann, Dora Kutschi-Doceva bezaubert als Muse und treuer Niklaus. Claudio Danuser ist trefflich für die zwielichtigen Typen der Oper prädestiniert, Hubert Köb geistert als geschäftiger Spalanzani über die Bühne. Jean-Francois Morin, Frits Kamp, Jakob Rapatz, Bernhard Jakober und Nadja Nigg (als glockenreine Stimme der Mutter) und drei anmutige Tänzerinnen komplettieren die hervorragende neue Vaduzer Opernproduktion. SCH

Weitere Aufführungen: 9. Mai, 15 Uhr; 15. Mai, 19.30 Uhr im Vaduzer Saal.
Karten: Hotline 00423 791 1997
Online: www.opernvereinvaduz.li

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