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Vier Ärzte bei Bombenanschlag in Kabul getötet

Bei einem erneuten Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens fünf Menschen getötet worden, vier von ihnen Ärzte. An ihrem Auto sei eine Haftbombe angebracht worden, teilte ein Polizeisprecher am Dienstag mit. Die Ärzte seien auf dem Weg zum einem Gefängnis gewesen, in dem hunderte Kämpfer der radikalislamischen Taliban sowie kriminelle Straftäter inhaftiert sind. Zwei weitere Menschen wurden verletzt. Zu dem Attentat bekannte sich zunächst niemand.

Im Golfstaat Katar laufen seit dem 12. September Friedensgespräche der afghanischen Regierung mit den Taliban. Zuletzt hatten beide Seiten Fortschritte gemeldet. Trotzdem geht der Konflikt unvermindert weiter. Eine Waffenruhe lehnen die Taliban ab. Nach einer Pause sollen die Gespräche am 5. Jänner weitergehen.

Ende Februar hatten die Taliban ein Abkommen mit den USA unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan vorsieht. Die Friedensverhandlungen sind das wichtigste Zugeständnis, das die USA den Taliban abringen konnten. Im Gegenzug verpflichteten sich die Islamisten, Verbindungen zu Terroristen wie dem Al-Kaida-Netzwerk zu beenden.

Beobachter befürchten, dass die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in das Sicherheitsvakuum nach einem US-Abzug vorstoßen könnte. Der IS hat bereits für einige der Anschläge mit Dutzenden Toten in Kabul die Verantwortung übernommen. Erst am Sonntag waren durch die Explosion einer Autobombe in der afghanischen Hauptstadt zehn Menschen getötet und mehr als 50 weitere verletzt worden.

Die Sicherheitslage im Land wird auch in Europa genau beobachtet. Europäische Staaten, darunter Österreich, halten gegen Kritik von Menschenrechtlern an der Rückführung abgelehnter Asylbewerber in das Land fest. Am Dienstag der vergangenen Woche wurden zehn Asylbewerber aus Österreich nach Kabul zurückgeflogen. 23 Menschen versuchten die Rückführung mit einer Sitzblockade vor dem Polizeianhaltezentrum an der Roßauer Lände in Wien-Alsergrund zu verhindern und verursachten damit einen kilometerlangen Stau im Nachmittagsverkehr auf einer der wichtigsten Verkehrsadern der Hauptstadt.

(APA/dpa/AFP)

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