Vienna Design Week lädt in die Brigittenau

"Wir haben etwas Unkonventionelles gemacht", sagt Gabriel Roland. Der neue Leiter der Vienna Design Week meint damit die neue Auslegung des Gastland-Konzepts. Für die 15. Ausgabe des Design-Festivals wurde der Fokus nicht wie in vergangenen Jahren auf ein einzelnes Land gelegt: Gastland ist heuer die Europäische Union. Der Tradition der Fokusbezirke bleibt die Vienna Design Week hingegen treu und lädt zwischen 24. September und 3. Oktober in die Brigittenau ein.

Im zweiten Jahr der Pandemie habe sich die Kooperation mit einem nationalen Gastland als zu schwierig erwiesen, berichtete der Nachfolger der als Generaldirektorin ins MAK gewechselten bisherigen Festival-Leiterin Lilli Hollein am Donnerstag bei einem Presserundgang. Roland sieht dennoch Kontinuität, denn "im Grunde ist in den letzten Jahren immer alles auf europäischer Bühne passiert". In der Festivalzentrale am Sachsenplatz wurde der EU-Schwerpunkt als architektonische Intervention umgesetzt. Das Format "Dorfplatz EU" bietet ausgehend von den Fragen "Was tut die EU für die Kreativwirtschaft?" und umgekehrt "Was können Kreativschaffende für die europäische Integration tun?" visuell aufbereitete Informationen über die EU sowie die Möglichkeit, sich im Rahmen von Gesprächsveranstaltungen einzubringen.

Die Festivalzentrale ist wie immer Schauplatz der Kernprogrammpunkte. Neben Vorträgen, Panels und Pop-Up Café können Besucherinnen und Besucher Design erleben. Das Motto "All eyes on Brigitte, now!" bezieht sich natürlich - über den Sachsenplatz hinaus - auf den gesamten 20. Bezirk. So ist auch die Außenstelle des Museums Nordwestbahnhof ein Design-Schauplatz. Hier wird mit der Freiluft-Installation "Excavations from the darkest past" Geschichte aufgearbeitet. Wo einst die NS-Propagandaausstellung "Der ewige Jude" aufgebaut war, sieht man heute den Grundriss der Schauräume. Ein Kameraset und ein Waggon wurden in abstrakter Form nachgebaut, als Verweis auf die Dreharbeiten eines antisemitischen Propagandafilms, die hier in den 1920er-Jahren stattgefunden hatten.

Die Vienna Design Week richtet den Blick nicht nur auf die Vergangenheit des Bezirks, sondern stellt auch Fragen an die Zukunft. Die architektonisch-urbane Intervention "missing link" greift in die Architektur der Stadtbahnbögen ein, an der Schnittstelle zwischen 20. und 19. Bezirk. Mit einem Gerüst und ein paar Stufen haben hier Marlene Lübke-Ahrens und Wolfgang Novotny ein Stück der Stadtbahnbrücke begehbar gemacht und so eine neue Fläche öffentlichen Raums erschlossen: Potenzial für einen neuen Begegnungsort für Anrainerinnen und Anrainer. "missing link" ist Teil des Formats "Stadtarbeit" mit dem die Vienna Design Week ausgewählte Projekte im Bereich des sozialen Designs vorstellt.

Auch heuer gibt es wieder eine eigene Festival-App, um zwischen den Standorten zu navigieren. Eine digitale Landkarte hilft, bei rund 200 Veranstaltungen und Standorten, die über die ganze Stadt verteilt sind, den Überblick zu behalten.

(S E R V I C E - Vienna Design Week, 24. September bis 3. Oktober, )

(APA)

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