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"Vielleicht das letzte Mal Weihnachten"

In der Palliativstation in Hohenems ist das Weihnachtsfest friedvoll und besinnlich.
In der Palliativstation in Hohenems ist das Weihnachtsfest friedvoll und besinnlich. ©VOL.AT/Steurer
Hohenems - Die sterbenskranken Patienten auf der Palliativstation des LKH Hohenems verbringen ein ganz besonderes Weihnachtsfest.
Palliativstation am LKH Hohenems

“Für manche wird es das letzte Mal Weihnachten sein”, sagt Anna Frick. Sie arbeitet auf der Palliativstation, im Volksmund auch “Sterbeabteilung” genannt. Die Station ist voll belegt, zehn schwerkranke Menschen werden betreut. Anna Frick und ihre Mitarbeiter sind tagtäglich mit Krankheit, Tod und Sterben konfrontiert. Trotzdem ist die Abteilung weihnachtlich geschmückt, Gebäck steht bereit und christliche Lieder erklingen.

“Das tun, was man sonst zuhause macht”

“Ab dem 1. Adventssonntag zieht weihnachtliche Stimmung ein”, erzählt Abteilungsleiterin Frick. Bis zum 24. Dezember wird jeden Tag ein kleines Adventsfest gefeiert. Dabei sitzen Patienten, Angehörige und Krankenschwestern zusammen und unterhalten sich, musizieren und singen. Für eine halbe Stunde rückt die Krankheit in den Hintergrund und alle genießen das Beisammensein.

“Es gibt einen Mann, der immer kommt und Gitarre spielt. Seine Frau ist letztes Jahr hier gestorben. In der Adventszeit fühlt er sich so wieder mit ihr verbunden und bereitet den anderen eine Freude”, sagt Anna Frick.

Am 24. Dezember wollen die meisten so feiern, wie sie es von zuhause kennen. Da viele zu schwach sind, um nach Hause zu gehen, kommen Freunde und Angehörige zu ihnen, erzählt Frick: “Weihnachten wird hier am Nachmittag gefeiert, die Gemeinschaft ist das Wichtigste”.

Kleine Wünsche

Die Patienten auf der Palliativstation haben kleine Wünsche. So freut sich etwa eine Großmutter, wenn ihre Enkeltochter ihr auf dem Musikinstrument noch einmal etwas vorspielt. “Es geht nicht um teure Geschenke, sondern darum, was die Menschen einander schenken”, ist Frick überzeugt. Die gemeinsame Zeit sei das wichtigste Geschenk. Sie zeigt, dass die Menschen einander schätzen.

“Ihre Geschichten mögen zwar traurig sein, doch viele Menschen auf der Palliativstation sind zu Weihnachten zufrieden”, führt Frick aus, die seit dreizehn Jahren auf der Station arbeitet. Bisher hat sie Weihnachten jedes Mal am Nachmittag dort verbracht. Es ist ein schönes und friedvolles Fest auf der Abteilung, wo der Tod manchmal näher ist als das Leben.

 

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