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"Viele Betroffene wissen gar nicht Bescheid"

Schon seit Jahren gibt es immer wieder Versuche, im Bereich der zahnärztlichen Assistent/innen ein Lehrausbildungsmodell zu entwickeln, welches den Auszubildenden Sicherheit und Perspektiven bietet.

Noch immer werden junge Menschen ohne verpflichtende Ausbildungsinhalte, ohne Prüfung des ausbildenden Betriebes, ohne dezidiert für die Ausbildung verantwortliche Person und ohne gesetzliche Anerkennung der abzulegenden Prüfung in ihrem Beruf unterwiesen.

Erstmals wurde dieser Missstand im August 2006 von AK-Präsident Hämmerle vorgebracht, ein damals an die Zahnärztekammer gerichtetes Gesprächsangebot blieb unbeantwortet. Seit den 1990er-Jahren werden Ausbildungskonzepte für zahnärztliche Assistenz zwischen verschiedenen Ministerien herumgereicht, geschehen ist allerdings herzlich wenig. Momentan streiten sich das Gesundheits- und das Wirtschaftsministerium um die Kompetenz, ein existierendes Konzept zum Gesetz zu formen. Derzeit fühlt sich das Gesundheitsministerium bemüßigt, dem Nationalrat seinen Entwurf vorzulegen.

„Seit zweieinhalb Jahren bemühen wir uns im Bereich der zahnärztlichen Assistent/innen Sicherheiten und Zukunftsperspektiven für die vielen jungen Arbeitnehmer/innen zu schaffen. Und noch immer müssen unsere Experten in Beratungen die Ratsuchenden erst darüber aufklären, dass sie eine Ausbildung ohne gesetzliche Anerkennung absolvieren.” sagt AK-Präsident Hubert Hämmerle.

Irreführende Formulierung
Auf der Homepage der Landeszahnärztekammer Vorarlberg (LZÄK) finden sich Informationen zum Ausbildungsinhalt für zahnärztliche Assistent/innen. Was der LZÄK zugute gehalten werden muss, ist, dass sie als einzige der neun Länderkammern auf den Umstand hinweist, dass ihre Ausbildung kein Lehrberuf ist.

Es wird jedoch die Formulierung „wie die übrigen Berufe im Gesundheitswesen” verwendet, was zwar richtig ist aber dennoch irreführend. So sind natürlich Berufe wie „Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester”, „Diplomierte psychiatrische Gesundheits- und Krankenschwester” oder „Diplomierte Physiotherapeutin” keine Lehrberufe, ihnen allen ist aber die gesetzliche Anerkennung ihrer Ausbildung gemein, was zahnärztlichen Assistent/innen verwehrt bleibt. Sie sind und bleiben lediglich Anlernkräfte, mit den Worten der LZÄK „geprüfte(er) Zahnärztliche Assistent/in”.

Allein mit diesem „geprüft” ist aber zum Beispiel keine Zugangsvorraussetzung zur Berufsreifeprüfung gegeben. Auch viele andere Standards, über die Lehrlinge ein Mindestmaß an Sicherheit lukrieren (wie etwa das tragen der Berufsschulkosten durch die öffentliche Hand, verpflichtende Ausbildungsinhalte oder die Prüfung des Ausbildungsbetriebes auf dessen Eignung, die Inhalte des Berufsbildes weitergeben zu können) gibt es nicht.

Der Ball wird von einem Ministerium zum anderen gespielt, ohne das dabei wirklich ein tragfähiges Konzept herauskommt, welches dem Anspruch dieser verantwortungsvollen und höchst spezialisierten Tätigkeit gerecht wird. „Dabei könnte Vorarlberg, wenn alle Beteiligten zu Kompromissen bereit sind, wie bei den High-tech-Berufen im Metall- und Elektrobereich, eine Modellregion sein. Und es kann mir niemand erzählen, dass ein Konzept nicht auch in den übrigen Bundesländern übernommen wird, wenn es sich als praktikabel und erfolgreich herausstellt.” so Hämmerle abschließend.

Quelle: Arbeiterkammer Vorarlberg

 

 

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