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Viel Zuspruch für Eberles Türme

Wohntürme am Eingang zur Stadt: Viele sprechen sich im VN-Bürgerforum und auf VOL.AT dafür aus.
Wohntürme am Eingang zur Stadt: Viele sprechen sich im VN-Bürgerforum und auf VOL.AT dafür aus. ©Entwurf: Eberle
Bregenz - Reges Interesse bei Bregenzer Bürgern: Hochhäuser im Zentrum für viele attraktiv.
Diskussion im VN-Bürgerforum
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Der Entwurf der beiden Türme
Hochhäuser polarisieren
Interessante Ideen der VOL.AT-Leser

Zwei Wohntürme am Bodenseeufer. Der Vorarlberger Architekt Dietmar Eberle hat für das neue Seequartier am Bahnhof 36 Meter hohe Gebäude entworfen, die allerdings die von der Stadt vorgeschriebene Bauhöhe sprengen. Nur zwölf Meter sind an der Stelle neben der Mehrerauer Brücke erlaubt. Debattiert wird nun: Ist der ursprüngliche Masterplan in Stein gemeißelt?

In das Projekt ist der Gestaltungsbeirat der Stadt eingebunden. Werner Binotto, Sprecher des Gremiums und St. Galler Kantonsbaumeister, hält es für sinnvoll, beim Masterplan in Teilbereichen Änderungen zuzulassen: „Man kann während des Juryverfahrens zu neuen Erkenntnissen kommen. Wenn sich zeigt, dass es eine bessere Lösung gibt, darf sie nicht ausgeschlossen werden.“ Allerdings sei schon bei der Entscheidung der Jury für Eberles Entwurf klar gewesen, dass die Türme gegen die Grundlagen verstoßen. „Es war ein umstrittener Entscheid. Ich finde die Idee mit den Zwillingstürmen sehr interessant. Es gibt aber auch interessante Lösungen ohne Türme.“ Dass sich viele Bürger für das Thema interessieren, wertet er als positiv.

Bürger für Wohntürme

Im VN-Bürgerforum sprechen sich die Mehrzahl der Diskutanten für die Türme aus. Erwin Stampfer befürwortet die Pläne: „Der Boden in Bregenz ist zu kostbar, um so niedrig zu bauen, das kann ein Provinzdorf machen.“ Gerhard Blum ist ebenfalls der Meinung, dass „endlich nicht mehr in die Breite, sondern in die Höhe gebaut“ werden soll. Richard Moser aus Bregenz schließt an: „Ich bin auch der Meinung, dass man endlich in die Höhe bauen sollte, zumal sich die Stadt nicht ausbreiten kann. Durch die Änderung des Masterplanes hätte Bregenz endlich die Möglichkeit, das Aussehen einer Hauptstadt zu bekommen.“

Walter Küng schreibt zur Diskussion: „Ob es 36 Meter sein müssen, weiß ich nicht, aber 12 Meter an diesem Standort sind ein Schmarren.“ Christel Sieber sagt klar: „Bregenz ist doch Landeshauptstadt und mit schönen Türmen in der Stadtmitte setzen sie ein Zeichen.“ SPÖ-Alt-Stadtrat Bruno Wüstner mischt sich in die Debatte ein: „Auch hierzulande kann in vernünftiger Art in die Höhe gebaut werden.“

Ganz anders sieht es Elke Wörndle: „Was ist Demokratie wert, wenn jede Vereinbarung sofort umgenietet werden kann, wenn genug Geld im Hintergrund ist? Höher, größer, schneller ist so was von out.“ Wolfgang Allgeuer ist ebenfalls dagegen: Es sei nicht der richtige Weg, bei Vorgaben über maximale Gebäudehöhen „ein Projekt mit der dreifachen Höhe“ durchzudrücken.

Politik uneins

Neben SPÖ-Stadtchef Michael Ritsch spricht sich auch FPÖ-Stadtparteiobfrau Andrea Kinz für die Turm-Pläne aus: „Eine kompetente Jury hat etwas für sehr gut befunden. Das sollten wir ernst nehmen. Auch das Kunsthaus hätte man nie gebaut, wenn man jede Meinung auf die Waagschale gelegt hätte. Kunst und Architektur kann man nicht immer in Maße und Meter einengen.“ Zudem brauche Bregenz verdichteten Wohnbau. Bei Änderungen solle man die Bürger wieder miteinbeziehen. „Sie wurden ja nie zu den jetzigen Entwürfen befragt.“

Bürgermeister Markus Linhart will davon weiter nichts wissen: „Wir werden die Pläne nicht in einer Nacht-und- Nebel-Aktion ändern. Wir haben nicht zwei Jahre lang an einem Masterplan gearbeitet, um dann zu sagen: ‚Ätsch bätsch, wir machen alles anders.‘“

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