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Verwirrt im Schilderwald

Jeder zweite heimische Lenker ist laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit mit der Frage nach der Bedeutung von Verkehrsschildern überfordert. Der Schilderwald auf den Straßen ist oft kontraproduktiv.

Viele Verkehrsteilnehmer sind überfordert, Regelungen nicht klar verständlich. Weniger Beschilderung In Österreich gibt es über zwei Millionen Verkehrsschilder. Ein Drittel aller Verkehrszeichen – auch auf Vorarlbergs Straßen – könnte laut ÖAMTC entfernt werden, und zwar „ohne Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit“.

Laut einer Untersuchung des ÖAMTC waren sogar schon 19 Prozent der Lenker wegen verwirrender Verkehrschilder in einer gefährlichen Situation. Hier soll nun das Projekt „Gonzales“ ansetzen. Ein Expertenteam unter Leitung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit hat Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Ziel: Die Beschilderung soll miminmiert werden, ohne dass zu viele Änderungen in der StVO notwendig sind: Dazu gehört eine eindeutige Klassifizierung aller Straßen. Demnach liegt eine Straße entweder im Ortsgebiet oder im Freiland, wobei der Begriff Freiland in der StVO neu definiert werden müsste.

Jedem Gebiet wird eine bestimmte Geschwindigkeit zugeordnet. Eine Ortstafel wäre dann ein Verkehrszeichen, das besagt: Hier sind nur noch 50 km/h erlaubt. „Was kompliziert klingt, wird von vielen Fahrern aus intuitiver Unwissenheit bereits praktiziert. Kaum einer weiß, dass eine Ortstafel nicht automatisch ein Tempolimit von 50 km/h bedeutet.

Die Beschilderung sollte an die Logik des Menschen angepasst werden“, so Armin Kaltenegger, Institutsleiter des KfV. Ein weiteres Ergebnis des Projekts ist das Prinzip der positiven Beschilderung. Dieses besagt, dass einem Verkehrsteilnehmer nicht angezeigt wird, was nicht mehr gilt, sondern welches neue Tempolimit nun zu beachten ist. „So kann die Akzeptanz von Schildern erhöht werden“, meint Kaltenegger.


Fakten:

Laut Untersuchung des ÖAMTC:
  • Elf Prozent der befragten österreichischen Autofahrer empfinden viele Schilder als falsch platziert.
  • Acht Prozent der Befragten bemängeln, dass viele Schilder „unklar“ sind. Den Autofahrern fehlt oft der Informationsgehalt.
  • 19 Prozent der befragten österreichischen Autofahrer berichten, dass sie schon wegen schlechter oder falsch aufgestellter Verkehrszeichen in einer gefährlichen Situation waren.
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