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"Verve!"-Aufreger: Was steckt dahinter?

Während Elena (links) dem Produkt eine klare Absage erteilt, ist Ilse (rechts) begeistert von dem als Nahrungsergänzungsmittel verkauften Drink.
Während Elena (links) dem Produkt eine klare Absage erteilt, ist Ilse (rechts) begeistert von dem als Nahrungsergänzungsmittel verkauften Drink. ©WW/MiK
Bregenz - Der Energydrink „Verve!“ von der Firma Vemma und deren Vertriebssystem sorgten vergangene Woche für heftige Diskussionen. Ist die Aufregung gerechtfertigt oder nur heiße Luft?
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„Nachdem ich ein Seminar – einen Gesundheitsvortrag mit anschließender Produktpräsentation – besucht hatte, wurde mir angeboten, selbst in den ,Vemma‘-Vertrieb einzusteigen“, erzählt Elena (19). „Als ich mit Bekannten und Verwandten darüber geredet hatte, habe ich mich aber entschlossen, doch die Finger davon zu lassen. Dann wurde ich von dem Bekannten, der mich auf die Veranstaltung eingeladen hat, ziemlich unter Druck gesetzt. Vor allem die offenbar riesigen Verdienstmöglichkeiten seien ein Argument, durch das ich schon fast gezwungen wäre, mitzumachen.“ Ihr Freund habe ihr auch von einem Kollegen erzählt, der durch Vemma in die Schuldenfalle geraten sei. Schon hier hakt Ilse (48), die seit etwa fünf Jahren mit Vemma zusammenarbeitet, ein: „Niemand wird zu irgendetwas gezwungen. Auch wird keinem vorgegaukelt, dass man ohne viel Aufwand sehr viel verdienen kann“, betont sie. „Als vor ein paar Tagen bekannt wurde, wie hier einige Personen vorgehen, war ich echt geschockt. Wer mit ‚Verve!‘ Geld verdienen will, muss natürlich fleißig sein.“

Utopische Versprechungen

„Solche utopischen Versprechungen sind eine riesige Sauerei und entsprechen keineswegs der Firmenphilosophie von Vemma“, fügt sie hinzu. So heißt es auch in einer offiziellen Stellungnahme der Firma: „Vemma erlaubt Personen unter 18 Jahren keine Aktivität als Vertriebspartner. Affiliates und junge Menschen werden auch ausdrücklich darauf hingewiesen, ihren Bildungsweg oder Arbeitsplatz keinesfalls zu verlassen. Vemma legt großen Wert auf die wahrheitsgemäße, richtige und vollständige Darstellung seines Geschäftsmodells und seiner Angebote. Übertriebene oder falsche Einkommensdarstellungen sind nicht im Sinne des Unternehmens.“ Elena betont, dass bei dieser Veranstaltung nicht nach diesem Credo gehandelt wurde: „Uns wurde gesagt, es gebe keinerlei Risiko bei diesem Geschäft.“ Der Kauf eines Affiliate-Packs ist tatsächlich keine Bedingung, um einzusteigen.

„Wirkt bei jedem anders“

Nach der angesprochenen Veranstaltung bekam Elena auch zwei „Verve!“-Proben mit auf den Heimweg, auf dem sie von ihrem Be­­kannten weiterhin gedrängt wurde, doch auf jeden Fall beim Vertrieb einzusteigen. „Ich habe eine Dose getrunken, aber mir ist das Getränk überhaupt nicht gut bekommen“, erinnert sie sich. Ilse wundert das überhaupt nicht: „Das Produkt wirkt bei jedem anders, abhängig von den körperlichen Voraussetzungen und den Alltagsgewohnheiten. Wenn man selten Kaffee trinkt, wirkt das Koffein natürlich ganz anders, als bei anderen. Das Getränk ist stark entgiftend – wer viel Gift im Körper hat, reagiert halt auch dementsprechend“, erklärt sie. „Mich hat es von meinem Heuschnupfen geheilt! Trotzdem behaupte ich aber nicht, dass es ein Heilmittel gegen Heuschnupfen ist“, führt die Energetikerin weiter aus.

„Kein Pyramidensystem!“

„Als uns im Anschluss an die Veranstaltung vor etwa einem Monat erklärt wurde, wie einfach man damit viel Geld verdienen könne, habe ich mir schon kurz gedacht, dass das etwas für mich sein könnte. Besonders meine Eltern haben mich davor gewarnt und gesagt, dass das auf jeden Fall ein Pyramidensystem sei“, sagt Elena über den Vertrieb. „Das stimmt nicht“, erwidert Ilse. „Das System von Vemma ist leistungsgerecht und fair. Niemand verdient Geld, sondern man bekommt immer nur Punkte gutgeschrieben, die man entweder in Geld auszahlen lassen oder für Produkte einsetzen kann. Diese Punkte wandern in dem zweiseitig aufgebauten System Schritt für Schritt von unten nach oben. Das ist kein Pyramidensystem!“

Statements

Angelika Stöckler, Ernährungswissenschaftlerin: „Auch wenn einige Pflanzenauszüge enthalten sind, hat der Drink wenig mit einem natürlichen, gesunden Lebensmittel zu tun. Außerdem stecken immerhin 70 Kilokalorien in dem beworbenen Energie-Mix, der jedoch nur Zucker als Energiequelle enthält. Eine Dose mit 4,5 Stück Würfelzucker deckt bereits ein Drittel der täglich tolerierbaren Zuckermenge. Dass es sich dabei um Frucht- statt Haushaltszucker handelt, macht gesundheitlich wenig Unterschied.“

Jürgen Rehak, Präsident der Vlbg. Apothekerkammer: „Die Firma hat es geschafft, dass die Produkte in den Warenverzeichnissen der Apotheken gelistet sind. Dazu braucht es aber keine Zulassung. Das kann jeder selbst machen. Wir kennen die Inhaltsstoffe der Produkte nicht, daher können wir auch keine Angaben dazu machen. Erfahrungsgemäß sind es aber meist Banalitäten, die zu weit überhöhten Preisen verkauft werden.“

Peter Rusching, Arbeiterkammer Vorarlberg: „Den Jugendlichen wird auf Promo-Parties das schnelle Geld versprochen, wenn sie das Produkt immer weiter bewerben und verkaufen. Damit so ein System dauerhaft funktioniert, müsste irgendwann die gesamte Weltbevölkerung einsteigen. Das wird nie passieren. Problematisch wird es vor allem beim Weiterverkauf ohne Gewerbeschein. Denn dann gibt es zusätzlich noch Probleme mit dem Finanzamt wegen unbezahlter Steuren.“

Meinungen

Theresia, 27, Bregenz: „Ich habe aus den Medien von den Anschuldigungen erfahren und bin wirklich überrascht. Wenn es wirklich ein Pyramidensystem ist, wäre es meiner Meinung nach unfair gegenüber den eigenen Mitarbeitern. Sie arbeiten hart und versuchen damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen, aber eigentlich profitieren nur die an der Spitze. Das Getränk kenne ich noch nicht und ich glaube auch nicht, dass einer meiner Freunde in diesem System mitarbeitet.“

David, 20, Andelsbuch: „Das Getränk kenne ich, habe es sogar schon einmal probiert. Aber mein Geschmack trifft es nicht wirklich. Dass das Vertriebssystem der Firma so aufgebaut ist, wusste ich nicht. Wenn ich aber darüber nachdenke, finde ich es ungerecht. Ich würde niemals in eine Firma einsteigen, die auf diese Weise Geschäfte macht. Aus meinem unmittelbaren Bekanntenkreis ist zum Glück niemand darauf reingefallen.“

Janine, 25, Hohenems: „Ich habe in der Zeitung vor ein paar Tagen zum ersten Mal von ,Verve!’ und der Firma Vemma gehört. Das Produkt an sich kenne ich nicht und in meinem Bekanntenkreis gibt es meines Wissens auch niemanden, der dort mitarbeitet. Wenn die Anschuldigungen richtig sein sollten, dann fände ich das schon dreist. Pyramidensysteme finde ich absolut nicht in Ordnung. Solche Vertriebswege sind nicht zu begrüßen.“

Über Vemma

Die Vemma Nutrition Company ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der flüssigen Nahrungsergänzungsmittel. Zu den wichtigsten Vemma-Produkten gehört der „Verve!“ Energydrink. Vemma vertreibt ihre Produkte gesetzeskonform über ein Netzwerk aus globalen Affiliate-Marketingpartnern.

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