Verteidiger hat noch nie eine derartige Mandantin erlebt

17-Jährige verlangte von anderem Jugendlichen 300 Euro.
17-Jährige verlangte von anderem Jugendlichen 300 Euro. ©Bilderbox/Symbolbild
Feldkirch. Der 17-Jährigen wurde für eine versuchte Erpressung eine Diversion gewährt.

Eine derartige Mandantin habe er zuvor “noch nie erlebt”, sagte Verteidiger Bernhard Graf in der Hauptverhandlung. Denn sie sei “stur, präpotent, dumm, frech und uneinsichtig”. Für seine Bemühungen habe er von der 17-Jährigen “nur Zynismus und Häme geerntet”.

Für die angeklagte versuchte Erpressung wurde der unbescholtenen Jugendlichen am Landesgericht dennoch eine Diversion gewährt. Wenn sie dem Gericht als Geldbuße 600 Euro bezahlt, wird das Strafverfahren gegen sie eingestellt. Mit der Diversion waren sowohl die Angeklagte als auch Staatsanwalt Karl Wild einverstanden.

300 Euro gefordert

Die 17-Jährige hat nach Ansicht der Staatsanwaltschaft von einer anderen Jugendlichen 300 Euro gefordert. Sollte sie nicht bezahlen, werde sie von ihr krankenhausreif geprügelt werden. Das mutmaßliche Opfer soll zuvor der Angeklagten ein Glätteisen entwendet haben.

Bereits im Vorjahr war der Angeklagten für die angeklagte Tat mit einer möglichen Höchststrafe von zweieinhalb Jahren Haft eine Diversion zuteil geworden. Die gemeinnützige Arbeit zum Nulltarif hatte sie aber nicht geleistet. Deshalb wurde nun die Hauptverhandlung angesetzt.

“Wenn ich nichts getan habe, muss ich auch keine Sozialstunden leisten.” So erklärte die Jugendliche, warum sie die Auflagen der ersten Diversion, der sie zunächst zugestimmt hatte, dann aber doch nicht erfüllt hatte.

Zweite Chance

Obwohl sie keine Schuldeinsicht zeigte, erhielt die Angeklagte vom Gericht jetzt eine zweite Chance, mit einer neuerlichen Diversion einer drohenden Verurteilung zu entkommen. Dabei stand Richter Richard Gschwenter in der Verhandlung kurz davor, sein Angebot wieder zurückzuziehen. Denn die Arbeitslose merkte an, ihre Mutter müsse für sie die Geldstrafe bezahlen, sie selbst könne das Geld nicht aufbringen. Die Mutter sagte dann aber, ihre Tochter werde in einem Lokal kellnern und so das Geld für die Diversion selbst verdienen.

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