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Verstärkt den Helfern helfen

Die Krisenintervention Vorarlberg (KIT) hat mit Caritas-Direktor Peter Klinger turnusmäßig einen neuen Leiter, nachdem die Aufbauphase erfolgreich aabgeschlossen ist.

Nun folge als Schwerpunkt „die Unterstützung von Menschen, die diese Situation mitmachen, also die Helfer bei Gendarmerie, Feuerwehr und anderen Organisationen”, kündigte er im APA-Gespräch an.

Der überwiegende Teil der Helfer, die in Not- und Krisensituationen zur Seite stehen, machen dies freiwillig. Klinger:

„Ehrenamt bedeutet auch immer die Gefahr von Überforderung und damit von Frustrationen.” Für die direkt Betroffenen und deren Angehörige sei mit dem KIT ein gut funktionierendes psychologisches Auffangnetz gesponnen worden. Jene, die helfen, müssten aber selbst ebenfalls die Geschehnisse und die Belastungen verarbeiten. Professionelle Hilfe für diese Zielgruppe sei deshalb nun ein logischer nächster Schritt in der KIT-Arbeit.

2002 wurde das KIT zu 124 Einsätzen gerufen, 2003 waren es schon 157. Die Steigerung von rund einem Viertel habe sich vor allem in den Bereichen Suizidversuch, Überbringen von Todesnachrichten und bei Bergunfällen ergeben, berichtete Rot-Kreuz-Geschäftsführer Roland Gozzi bei der Übergabe des KIT-Vorsitzes an Peter Klinger. Die Regelung sieht vor, dass alle zwei Jahre ein anderer Träger den Vorsitz übernimmt. Nach der Caritas soll wieder eine Blaulicht-Organisation, voraussichtlich die Feuerwehr, die KIT-Leitung übernehmen.

Internationaler Vorbildcharakter

Das KIT Vorarlberg wurde vor rund vier Jahren gegründet und genießt aus zwei Umständen heraus internationalen Vorbildcharakter:

Es arbeitet ehrenamtlich und vereinigt insgesamt elf so unterschiedliche Institutionen bzw. Organisationen wie die katholische und die evangelische Kirche, die Feuerwehr, das Rote Kreuz oder auch den Landesverband für Psychotherapie. „Es ist höchst interessant”, sagt Caritas-Direktor Klinger, „wie die ’Sozialen’ mit den ’Blaulichtern’ zusammenarbeiten, oder fast schon paramilitärische Organisationen mit kirchlichen – da treffen ganz unterschiedliche Kulturen aufeinander.”

Die Freiwilligkeit und die fachliche Qualität zu stärken sind weitere Ziele Peter Klingers für seine zweijährige Vorsitzperiode. Dazu brauche es auch zu den bestehenden 60 neue Mitarbeiter, auch um natürliche Wechsel abzufangen. An Nachfrage herrscht für dieses Ehrenamt offenbar kein Mangel: Für einen Informationsabend am nächsten Montag lägen bereits 40 Anmeldungen vor, freut sich Klinger.

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