Verstappen und Hamilton gaben sich vor Türkei-GP locker

Lewis Hamilton vor dem Istanbul-Grand-Prix
Lewis Hamilton vor dem Istanbul-Grand-Prix ©APA/AFP
WM-Herausforderer Max Verstappen hat am Donnerstag vor dem Grand Prix der Türkei die Bedeutung des Formel-1-Titelgewinns heruntergespielt. "Wir versuchen, den Erfolg gemeinsam zu holen, man kann Dinge aber nicht erzwingen", sagte der Red-Bull-Pilot. Der 24-Jährige liegt zwei Punkte hinter Spitzenreiter Lewis Hamilton im Mercedes.

"Selbst wenn wir Zweiter werden würden, haben wir eine großartige Saison. Das ändert am Ende des Tages mein Leben nicht", meinte Verstappen. Der Niederländer und sein Rennstall seien "sehr entspannt, aber auch sehr konzentriert". Die letzten sieben Rennen würden jedoch "hart" werden.

Titelverteidiger Lewis Hamilton wiederum holt sich oft auf Nebenschauplätzen Kraft, wie bei seinen Ausflügen in die Mode-Szene. "Ich liebe die Umgebung, wo ich mich selbst ausdrücken kann", sagte der in einem Männerrock erschienene Hamilton bei der offiziellen Pressekonferenz in Istanbul. Die Formel 1 hingegen sei "nie ein einfacher Ort" gewesen, "man selbst zu sein". Auftritte in der Modeszene wie zuletzt in Paris würden eine Last von ihm nehmen. Er könne dann "frisch, erholt, positiv" an die Strecke zurückkehren.

Der 36-Jährige kehrt ein Jahr nach seinem vorzeitigen siebenten WM-Triumph an den Bosporus zurück. In der vergangenen Saison gab der Intercity Istanbul Park nach neun Jahren Pause sein Formel-1-Comeback. Die Corona-Pandemie machte die Rückkehr in den Notkalender möglich. Regen, niedrige Temperaturen und eine neu asphaltierte Strecke machten den Kurs zu einer "Eisbahn", wie es Hamiltons künftiger Mercedes-Teamkollege George Russell damals ausdrückte.

2020 wurde bei Hamiltons Sieg unter schwersten Bedingungen erst Mitte November gefahren, davor hatte der Rekordweltmeister auch 2010 in der Türkei gewonnen. Reifenhersteller Pirelli hat eine weichere Mischung im Gepäck, die mehr Grip bieten soll. Nachdem Besucher im vergangenen Jahr wegen der Pandemie nicht an die Strecke durften, sind Fans diesmal zugelassen und hoffen auf ein Spektakel.

Mit einem weiteren Erfolg würde Hamilton mit dem Brasilianer Felipe Massa gleichziehen. Der holte seine Türkei-Siege 2006 bis 2008. Verstappen wird aber alles daran setzen, dass er die WM-Führung übernimmt. "Diese Saison hält uns alle auf Trab", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff über den Titelkampf. Das bedeute, dass "wir die Saison aggressiv angehen müssen, um die bestmögliche Punkteausbeute herauszuholen."

Wer in Istanbul die Pole Position holt, hat gute Chancen auf den Formel-1-Sieg am Bosporus. In den vergangenen acht Auflagen startete der spätere Renngewinner in der Türkei fünfmal von Startplatz eins. Zweimal war der Türkei-Sieger zuvor als Zweiter in den Grand Prix gegangen. Hamilton gewann das Chaos-Event 2020 allerdings von Rang sechs aus.

An der Nebenfront wurde indes wegen positiver Corona-Befunde die Besetzung des Formel-1-Notarztwagens ausgetauscht. Wie der Motorsport-Weltverband (FIA) mitteilte, wurde vor der Abreise in die Türkei bei Fahrer Alan van der Merwe und Rennarzt Ian Roberts eine Infektion nachgewiesen. Sie sind in Isolation und verpassen das Rennen am Sonntag (14.00 Uhr/Sky). Bruno Correia, sonst Safety-Car-Fahrer in der Formel E, und Arzt Bruno Franceschini ersetzen das Duo.

(APA/dpa)

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