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„Versicherer sollen mehr zum grünen Wandel beitragen“

Um die Investitionen in einen klimaschonenden Aufbau und Umbau der Wirtschaft anzukurbeln, braucht es nicht nur staatliche Gelder, sondern vermehrt auch private Mittel.
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Eine wichtige Rolle wird dabei der Versicherungsbranche zukommen, wo es um eine nachhaltige Veranlagung von Prämien geht. Hoffnungen ruhen auch auf anderen institutionellen Anlegern wie Pensionsfonds. Mittlerweile gibt es freiwillige Zusammenschlüsse von Finanzinstituten, die sich eigene Klimaziele setzen.

Kapital mobilisieren

Die öffentliche Hand wird die anstehenden Finanzierungen für Klimaziele und nachhaltiges Wirtschaften nicht alleine stemmen können. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) will dafür auch Investitionskapital aus dem Privatsektor mobilisiert wissen. Corona- und Klimakrise haben heuer die österreichische Aufsichtskonferenz beherrscht. Immer teurere Klimarisiken stellten auch Banken und Versicherer vor große Herausforderungen. Dass 2019 rund 150 Mrd. Dollar an Naturkatastrophenschäden anfielen, war in den Augen von UNIQA-Chef Andreas Brandstetter schon dramatisch genug. Davon sei nur ein Drittel versichert gewesen. Für 100 Milliarden mussten Steuerzahler aufkommen.

Neue Versicherungsmodelle

Gemischte öffentlich-private Finanzierungsmodelle oder Naturkatastrophen-Pflichtversicherungen werden vielerorts diskutiert, auch in Österreich. Brandstetter ist dafür, das Übel an der Wurzel zu ­packen – also darauf zu achten, dass die europäische Versicherungswirtschaft ihre riesigen Finanzinvestmentströme in die richtige Richtung lenkt. ­Finanzhäuser und Aufseher erklärten die Notwendigkeit, die Geschäftsmodelle der ­Finanzdienstleister auf mehr Nachhaltigkeit auszurichten. Dazu brauche man aber klare und verlässliche Kriterien und Klassifizierungen, was als nachhaltig einzustufen sei. Einerseits für die „Bepreisung“, anderseits um „greenwashing“ zu verhindern.

Es sei nicht alles grün, was mit Sonnenblumen, Regenbögen und Bienen verpackt und verkauft werde, warnen die Aufseher mit Blick auf boomende grüne Produkte, die von ihren Anbietern nicht selten um­gefärbt würden.

Märkte etablieren

Es müssten Märkte für nachhaltige Finanz- und Finanzierungsprodukte etabliert werden. Die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Eduard Müller warnten aber davor, Regulierung und Aufsicht zum Steuerungsinstrument für Investitionen umzufunktionieren, wie das – in Österreich und in der EU – zum Beispiel in Form bevorzugter geringerer Eigenkapitalanforderungen bei Banken für „grüne Kredite“ unter dem Schlagwort „green supporting factor“ gefordert würde. Investitionsanreize seien nicht Sache der FMA, sondern der Fiskal- und Strukturpolitik.

Gewessler und Müller wollen die tiefe Wirtschaftskrise, die die Corona-Pandemie ausgelöst hat, nicht verstreichen lassen, ohne sie für die Klimawende zu nutzen.

Zitat:

Ein kluger Klimaschutz kann den Weg aus der Krise weisen. Die Krise muss für die Klimawende genutzt werden.Leonore Gewessler, Klimaschutzministerin

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