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Verseuchtes Schweinefleisch nach Vorarlberg gelangt?

Schwarzach - Mit krebserregendem Dioxin verseuchtes Schweinefleisch aus Irland ist offenbar auch nach Österreich gelangt. Über ein EU-Warnsystem wurde am Mittwoch Abend bekannt, dass vier Betriebe – je einer in der Steiermark, in Tirol, in Wien und in Oberösterreich – mit insgesamt 180 Tonnen möglicherweise kontaminiertem irischem Fleisch beliefert worden waren.

Sind die Vorarlberger nun auch betroffen? „Nach derzeitigem Informationsstand ist davon auszugehen, dass es keinen Bezugspunkt nach Vorarlberg gibt“, sagte am Abend Landesrat Erich Schwärzler auf „VN“-Anfrage. 

Am Donnerstag wird kontrolliert

Er habe mit dem für Fleischkontrollen im Land Vorarlberg zuständigen Bernhard Zainer vom Umweltinstitut sowie auch mit Landesveterinär Erik Schmid Rücksprache gehalten. Und dennoch: „Heute werden wir in aller Frühe alle Fleischhandelsbetriebe in Vorarlberg kontaktieren und Erhebungen und Kontrollen durchführen, um sichergehen zu können.“ Es habe zunächst geheißen, Österreich sei nicht betroffen, sagt Zainer. Mit dem neuen Wissensstand würden nun heute unverzüglich alle großen Fleischhändler überprüft, „ob in Vorarlberg jemand irisches Schweinefleisch bekommen hat.“ Im Übrigen werde irisches Fleisch generell, also auch beispielsweise Rind, kontrolliert. Kann nun ausgeschlossen werden, dass besagte vier Betriebe mit Dioxin verseuchtes Schweinefleisch wiederum nach Vorarlberg geliefert haben? „Das wissen wir spätestens, wenn wir heute die Handelsströme der vier Betriebe aufgelistet haben“, erklärt Landesveterinär Erik Schmid. Für ihn ist aber klar: „Es kann über die Großhändler an Detailhändler und damit direkt an den Endverbraucher gehen. Man kann also davon ausgehen, dass das Fleisch in ganz Österreich verteilt ist.“ Die Möglichkeit sei durchaus gegeben, sagt auch Zainer. Schmid will Konsumenten aber beruhigen: „Dioxin im Fleisch heißt nicht, dass das gesundheitsgefährdend ist.“ In dieser Dosis sei das für den Menschen nicht gesundheitsgefährend. Das sagt auch Zainer: „Die Menge macht das Gift.“ Allerdings gelte es Folgewirkungen zu beachten: „Deswegen darf der Konsument einfach kein solches Fleisch auf den Tisch bekommen.“ Und eines sei prinzipiell klar, legt Schmid nach: „Das Dioxion gehört nicht ins Futter. Es ist damit ein Fütterungsskandal, kein Lebensmittelskandal.“ Ein Verbrechen ist der Fleischskandal für Schwärzler: „Diese Niedrigpreispolitik führt nur dazu, dass Tiere und Natur ausgebeutet werden.“ Konsumenten und Produzenten seien gefordert, „Nein“ zu sagen.

Falsche Einschätzung

All die Tage zuvor hatte es noch geheißen, dass Österreich nicht beliefert worden und deswegen nicht betroffen sei. Das hatte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit noch am Sonntag bekannt gegeben.

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