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Verseuchte Milch - Erste Proben aus österreichischem Handel gezogen

Nach den ersten Kontrollen chinesischer Milchprodukte in österreichischen Lokalen und Geschäften hat das Gesundheitsministerium am Dienstag noch keine Ergebnisse bekanntgegeben. Diese würden erst gesammelt und abschließend der Öffentlichkeit mitgeteilt. Wegen des bestehenden EU-Importverbots gehe man aber davon aus, dass "nach menschlichem Ermessen Österreich nicht betroffen sein kann". Grund für die Kontrollen ist der in China aufgedeckte Milchskandal.

Die von der EU angeordneten Kontrollen würden von den jeweiligen Lebensmittelbehörden durchgeführt. Das Sortiment von Asia-Shops werde dabei überprüft und etwaige verdächtige Produkte – darunter Milch, Milchpulver und Lebensmittel mit Milch als Zutat wie etwa Joghurt – eingezogen.
Dies sei am Montag auch schon passiert, bestätigte das Gesundheitsministerium. Trotzdem gebe es keinen Grund zur Sorge, die Überprüfung erfolge “nur zur Sicherheit”.
Zumindest diese Woche noch werden die Kontrolleure die Geschäfte unter die Lupe nehmen. Falls jemand in Österreich – auf welchem Wege auch immer – zu chinesischen Milchprodukten gelangt sei, so empfiehlt das Ministerium diese, “wenn man sich unsicher fühlt”, zur jeweiligen Lebensmittelbehörde zu bringen oder in einer Untersuchungsanstalt prüfen zu lassen.
Seitens der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), welche die eingezogenen Proben analysiert, konnte man am Dienstag ebenfalls noch von keinen Ergebnissen berichten. Die Nahrungsmittel werden erst einmal untersucht. Das gestalte sich je nach Form des Produkts – flüssig oder fest – unterschiedlich. Chemikalien würden dabei in jedem Fall zugegeben, die einzelne Stoffe aus den Lebensmitteln überprüfbar machen, erklärte Sprecher Oskar Wawschinek.
Die Betreiber chinesischer Milchsammelstationen werden verdächtigt, minderwertige oder gestreckte Milch vor dem Weiterverkauf mit Melamin versetzt zu haben, um bei Stichproben der Lebensmittelkontrolleure einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen. Die Chemikalie verursacht Nierenerkrankungen und ist in Lebensmitteln verboten.
Fast 13.000 Kinder mussten wegen des Skandals stationär in Krankenhäusern behandelt werden, insgesamt sind mehr als 54.000 betroffen. 104 Kinder haben schwere gesundheitliche Folgen wie Nierensteine mit Komplikationen erlitten. Vier sind bisher gestorben.

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