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Verschärftes Regelwerk

Mit einem verschärften Regelwerk will der internationale Eishockeyverband die Attraktivität des Sports steigern. Das neue Regelbuch mit klaren Richtlinien wird Österreichs Eishockey-Schiedsrichtern aber viel Arbeit bescheren.

Dornbirns Trainer Kjell G. Lindqvist konnte sich kaum beruhigen: Obwohl er nur als Zuschauer auf der Tribüne saß, brachte ihn das Geschehen auf dem Eis aus der Fassung. Im Mittelpunkt der Emotionen: die Schiedsrichter. Nach dem Vorbereitungsturnier der Nationalligaklubs in Lustenau fand er harte Worte für das “Null-Toleranz”-Motto der Unparteiischen: “Es war eine Frechheit.” Lindqvist war nicht der Einzige, der sich mit mit den Regelauslegungen nicht anfreunden konnte. Der neutrale Beobachter sah überfüllte Strafbänke und auf dem Eis fast ausschließlich Unter- und Überzahlspiele. Mark Nussbaumer sah das gnadenlose Durchgreifen mit gemischten Gefühlen. “Der Grad zwischen Zweikampf und einem Foul ist sehr schmal geworden”, glaubt der Trainer des EHC Lustenau. “Die Spieler werden sich umstellen müssen.”

Weniger dramatisch sieht die Regeländerungen Renato Hagen, Chef der österreichischen “Zebras”: “Vom Internationalen Eishockeyverband wurde weltweit eine einheitliche Linie vorgegeben. Die gilt es nun durchzuziehen.” Vor allem den Stockfouls, die oft von Verletzungen begleitet sind, wird der Kampf angesagt. Auch Vergehen an der Bande werden rigoros geahndet, Checks gegen Kopf und Nacken ziehen automatisch Spieldauer- oder Matchstrafen mit sich. “Man wird sich umgewöhnen müssen, in Österreich wurde in der Vergangenheit aber auch zu viel laufen gelassen.”

Kritisieren ist verboten
Im Regelbuch ebenfalls neu: Das Reden mit dem Referee ist auch für den Kapitän nicht mehr erlaubt, Ausrüstungsgegenstände dürfen nicht weggeworfen werden, Bullys finden nur mehr in den Anspielkreisen statt. Auf Icing wird auch dann entschieden, wenn der Puck durch den Torraum geht. Bei angezeigter Strafe zählen jetzt auch Eigentore. Eine Regel wurde bereits abgeändert: Geht ein Puck über die Bande, wird nur dann bestraft, wenn er als Befreiungsschlag aus dem eigenen Drittel erfolgt. Die IIHF-Bestimmungen sehen vor, dass alle Schüsse, die über die Bande gehen, bestraft werden müssten.

Eine Lanze für die neuen Regeln bricht Nationalteam-Torhüter Reinhard Divis: “In der NHL gab es die neuen Regeln schon in der vergangenen Saison. Nach einigen Runden akzeptierte man die verschärfte Gangart, das Spiel wurde schneller, es gab mehr Tore. Das Problem in Österreich sind nicht die Spieler, sondern die Schiedsrichter: Es gibt keine Profis, zum Teil sind sie sehr arrogant – und bei den Regelauslegungen fehlt die einheitliche Linie.“

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