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Vermittlung historischen Bewusstseins

Historiker Christof Thöny ist neuer Stadtarchivar in Bludenz. Sein Aufgabengebiet ist äußerst vielseitig und spannend. Neben der Neugestaltung des Stadtmuseums liegt ihm vor allem die Vermittlung historischen Wissens am Herzen.
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Die Arbeit in einem Archiv hat vielfach den Touch von etwas Verstaubtem, Trockenem und Altmodischem. Dass dem nicht so ist, beweist der Historiker Christof Thöny, der seit Anfang Jänner als Stadtarchivar in Bludenz beschäftigt ist, immer wieder aufs Neue. „Es ist schön, dass dem Stadtarchiv wieder mehr Aufmerksamkeit zukommt, die sich in der Schaffung einer neuen Stelle widergespiegelt hat. Zu meinen Aufgabengebieten zählt die Aufarbeitung der gesamten vorhandenen Bestände ab dem Jahr 1850, die Anlegung eines Fotoarchivs, aber auch die Organisation von Projekten, beispielsweise zu zeitgeschichtlichen Themen“, erklärt er. Für diese Form der Aufarbeitung ist Christof Thöny bestens geeignet. Er hat in Innsbruck Geschichte und Religionspädagogik studiert, weitere berufliche Wirkungsfelder bilden seine Arbeit als Projektmanager, Autor und Verleger sowie der Unterricht am Gymnasium Bludenz. Zudem ist er Obmann des Bludenzer Geschichtsvereins, der rund 350 Mitglieder zählt.

Kriegerdenkmal

Für den begeisterten Historiker ist die Vermittlung das entscheidende Kriterium in der Museums- und Archivarbeit. Es soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass alte Dinge einen Wert haben, der ohne Archivierung unwiederbringlich verloren gehe. Das gilt beispielsweise für das Bludenzer Kriegerdenkmal, das derzeit saniert wird. „Das Denkmal soll als Ort der Begegnung gesehen werden. Es ist eine wichtige Frage, wie sich die Region an den Nationalsozialismus erinnert. So kann etwa ein Austausch darüber stattfinden, was ‚Frieden‘ bedeutet. Initiativen können verbunden und pädagogisch wertvolle Anregungen gegeben werden“, so Christof Thöny, der das Denkmal als zukünftige Begegnungsstätte sieht.

Neugestaltung Stadtmuseum

Ein weiteres Projekt ist die Neugestaltung des Stadtmuseums. Dieser Prozess wurde bereits im letzten Jahr in Form eines „Stadtlabors“ gestartet. „Der Begriff ‚Stadtlabor‘ mag ein wenig irreführend klingen. Vielmehr könnte dieser auch als ‚Laboratorium‘ verstanden werden, also als Versuch, möglichst viele neue Möglichkeiten für das derzeitige Stadtmuseum zu diskutieren. Das erklärte Ziel dabei ist es, in den kommenden Jahren ein neues Museum für die Stadt Bludenz in einem offenen und breit angelegten Ansatz wachsen zu lassen. Es soll hierbei ein partizipativer Ansatz verfolgt werden: Nicht nur unterschiedliche Menschen, sondern auch unterschiedliche Orte sollen hierbei mit einbezogen werden“, führt der engagierte Historiker weiter aus. In diesem Rahmen könne eine virtuelle Plattform entworfen werden, die den Blick auf die eigene Stadt schärft. So gehe es nicht darum, einzelne Events zu organisieren, sondern es soll ein neuer Weg eingeschlagen werden, der zugleich für die ganze Region Modellcharakter haben könne. Möglichst viele Akteure sollen dabei angesprochen werden. Durch einen breiten und reflektierten Zugang soll ein zukunftsweisender Weg beschritten werden. Das Stadtlabor ermöglicht dem Museum, neben dem Oberen Tor den Fokus auf externe, temporär bespielte Standorte zu legen und dabei mit der interessierten Bevölkerung zu kooperieren. Gegenwart müsse neben Geschichte stehen. Das Interesse gilt somit nicht nur den Objekten allein, sondern auch den Menschen, die dahinter stehen.

Oberes Tor

Dem Oberen Tor ist derzeit ein aus dem Leader-Programm der EU gefördertes Projekt gewidmet. Nach einer detaillierten bauhistorischen Untersuchung sollen die Räumlichkeiten saniert und in diese eine neue Dauerausstellung zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte der Stadt Bludenz untergebracht werden.

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